Gesundheitspolitik

Keine rosigen Aussichten

MLP Gesundheitsreport: Was denken Ärzte und Bürger?

az | Sowohl die Ärzte als auch die Bevölkerung sind mit dem jetzigen Gesundheitswesen weitgehend zufrieden. Die zukünftige Entwicklung wird jedoch keineswegs rosig gesehen – das zeigt der 9. MLP Gesundheits­report.

Für die repräsentative Studie im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP wurden vom Institut für Demoskopie Allensbach 1920 Bürger und mehr als 500 Ärzte befragt. Dabei zeigte sich: Mit dem heutigen Gesundheitswesen sind 93 Prozent der Ärzte (2014: 90 Prozent) und 82 Prozent der Be­völkerung (2014: 79 Prozent) zufrieden.

In ihrer Beurteilung der Gesundheitspolitik unterscheiden sich Bürger und Ärzte allerdings deutlich: 40 Prozent der Bevölkerung (2012: 26 Prozent) haben einen guten Eindruck von der Gesundheitspolitik insgesamt, die Ärzte hingegen lehnen sie zu 62 Prozent (2012: 71 Prozent) ab. Entsprechend sind 66 Prozent von ihnen (2012: 73 Prozent) der Meinung, dass das Gesundheitssystem umfassend reformiert werden muss – in der Bevölkerung sind es 41 Prozent (2012: 47 Prozent).

Höhere GKV-Beiträge und schlechtere Leistungen

Für die kommenden Jahre gehen insbesondere die Ärzte (62 Prozent; 2014: 64 Prozent) von einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung aus. Besonders problematisch aus ihrer Sicht werden die medizinische Versorgung im ländlichen Raum (91 Prozent) und die Verordnung aller medizinisch notwendiger Leistungen (84 Prozent).

Mit einer Zwei-Klassen-Medizin rechnen sowohl Ärzte (70 Prozent) als auch Bürger (67 Prozent). Die Bevölkerung erwartet vor allem steigende Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (81 Prozent) und befürchtet, dass verstärkt Kosten der medizinischen Versorgung selbst zu tragen sind (72 Prozent). |

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