Gesundheitspolitik

Bücher vom Botendienst

Apotheker liefert für Buchhändler mit aus

SÜSEL (tmb) | Für die meisten Apotheken ist der Botendienst ein wichtiger Service. Aber er ist teuer. Bei den Lieferungen mit einem lokalen Buchhändler zu kooperieren, kann die Auslastung und so auch die Wirtschaftlichkeit verbessern.

Angesichts unterschiedlicher ­Rabattverträge und vielfältiger Kundenwünsche bleibt Apotheken im Wettbewerb oft kaum eine Wahl, als einen umfangreichen Botendienst anzubieten. Doch ist dies für die Apotheke teuer. Das hat schon eine Kalkulation für den DAZ-Beitrag „Wann rechnet sich der Botendienst?“ in der DAZ 2013, Nr. 24, gezeigt.

Dabei kommt es nicht primär darauf an, ob der Fahrer eine Minute länger oder kürzer unterwegs ist, oder wie viel Cent für einen Kilometer genau zu kalkulieren sind. Die Modellrechnungen in dem DAZ-Beitrag haben gezeigt, dass sich der Botendienst zwar in günstigen Fällen lohnt, bei langen Lieferwegen und großem Zeitaufwand für den Boten aber zu hohe Kosten produziert. Daher müssen bei den Fahrten möglichst viele Kunden in einer überschaubaren Zeit angefahren werden.

Die Auslastung muss stimmen, damit sich das Fahrzeug, der Bote und die ganze Organisation dazu lohnen. Dabei könnte eine neue Idee gute Hilfe leisten. Denn zumindest eine andere Gruppe lokaler Einzelhändler steht vor einem ähnlichen Problem – die Buchhändler.

Um sich von Internetbuchhandlungen abzugrenzen, bieten einige Buchhändler die taggleiche Lieferung an – und damit einen ähnlichen Botendienst wie die Apotheken. Da Apotheken und Buchhändler gleichermaßen auf eine stabile Auslastung angewiesen sind, liegt eine Kooperation nahe.

Ein Beispiel dafür bietet ein Filialverbund mit zwei Apotheken in Olpe, die mit einem lokalen Buchhändler zusammenarbeiten. Die Apotheken präsentieren die Kooperation offensiv auf ihrer Homepage und werben damit zugleich für den Einkauf bei lokalen Einzelhändlern.

ApoBetrO beachten!

Allerdings sind dabei die Grenzen des Botendienstes zu beachten. Denn die Apothekenbetriebsordnung gestattet nur die Lieferung durch einen Boten der Apotheke. Demnach muss die Apotheke den Botendienst für beide Unternehmen betreiben oder der Bote muss als Teilzeitkraft für beide Unternehmen arbeiten. Daher liegt in der fairen Abrechnung eine weitere Herausforderung. Doch solange beide Partner gemeinsam besser als allein arbeiten, sollte das zu meistern sein. |

„Same-day delivery“

Um sich von Wettbewerbern zu unterscheiden, bieten manche Internethändler die Lieferung am selben Tag an. Oft gilt dieser Service jedoch nur für Ballungsräume, denn auch hier entscheidet die Auslastung, ob sich das Angebot rechnet.

Es gibt inzwischen auch auf Same-day delivery spezialisierte Logistik-Dienstleister wie Liefery oder Tiramizoo, auch DHL bietet den Service in einigen Städten an. Zu den Kunden gehören u. a. Amazon und überregional tätige Buchhändler wie Thalia.

Apotheken dürfen solche Leistungen nur im Versandhandel in Anspruch nehmen, weil die Boten nicht zur Apotheke gehören. Die Versandapotheke aponeo z. B. bietet Same-day delivery in Berlin an.

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