Gesundheitspolitik

Kommentar: Eine tierisch gute PR

Christine Ahlheim

Es war keine (Zeitungs-)Ente, sondern ein Storch, der den Apotheken mitten im Sommerloch zu enormer Publicity verhalf. Ob Bild, Spiegel, Focus oder viele Tageszeitungen: Alle berichteten über einen durstigen Jungstorch, der in eine Apotheke in Herzogenaurach stolzierte und dort gerettet wurde (s. Seite 8: „Besuch vom Storch“).

Eine schöne Geschichte, aber es stellt sich die Frage, warum ein Storch mehr öffentliche Aufmerksamkeit bringt als alle anderen wichtigen Themen rund um die Apotheke. So gelingt es offensichtlich nicht, die Medien dafür zu interessieren, was Apotheken alles zu leisten vermögen jenseits der „normalen“ Arzneimittelabgabe. Auch die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe, die zu einer Ausdünnung der Apothekenlandschaft führt, findet nur sporadisch ein mediales Echo.

Dass die Öffentlichkeitsarbeit der ABDA effizienter sein könnte, ist nur ein Teil der Erklärung für die mangelnde öffentliche Präsenz der Apotheken. Ein anderer Grund dürfte sein, dass die Apotheker dazu neigen, ihr Licht zu sehr unter den Scheffel zu stellen. „All business is local“ – das gilt auch für die Öffentlichkeitsarbeit der einzelnen Apotheken.

Machen Sie von sich reden! Seien Sie selbstbewusst, werben Sie mit Ihrem Angebot an pharmazeutischen Dienstleistungen (und nicht nur mit dem Botendienst und günstigen Preisen). Und suchen Sie den Kontakt zu den lokalen Medien – am besten gleich jetzt im Sommerloch. Wer mit Fachthemen punkten kann, dem hört man auch zu, wenn er über das Apothekensterben und dessen Ursachen spricht. Und dann braucht es noch nicht einmal einen Storch für eine tierisch gute PR.


Dr. Christine Ahlheim

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