Wirtschaft

Frauen holen auf

55 Prozent der Existenzgründer sind weiblich

cha | Unter den Pharmaziestudenten sind Männer Mangelware, bei den Apothekenleitern sind sie immer noch in der Überzahl. Doch die Frauen holen auf: 2015 waren 55 Prozent der Existenzgründer weiblich – so eine Studie der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

Im Vorjahr lag der Anteil der weib­li­chen Existenzgründer einen Pro­zent­punkt tiefer, 2013 lag er sogar bei 59%. Basis für diese Auswertungen sind die von der apoBank durchgeführten und auswertbaren Finanzierungen von Existenzgründungen im Jahr 2015.

Dabei sind die Frauen deutlich vorsichtiger, wenn es um die Höhe der Investitionen geht: Während Männer für die Übernahme einer Apotheke 2015 im Schnitt 624.000 Euro investierten, waren weibliche Existenzgründer mit 457.000 Euro eher zurückhaltend.

Allerdings wird der Abstand zwischen Männern und Frauen zunehmend kleiner: In den letzten drei Jahren haben die von Frauen investierten Summen im Durchschnitt um etwa 100.000 Euro zugelegt, während bei den Männern sogar ein leichter Abwärtstrend zu verzeichnen war.

Im Durchschnitt wagten Pharmazeuten im Jahr 2015 mit 37,5 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit, wobei Apothekerinnen sich mit durchschnittlich 38,1 Jahren später niederließen als ihre männlichen Kollegen (36,8 Jahre).

Anders verhält es sich, wenn es um die Gründung von Filialen geht: Die Entscheidung, das Geschäft zu erweitern, fiel 2015 im Durchschnitt im Alter von 43 Jahren. Die Männer waren hierbei mit 43,2 Jahren etwas älter als ihre weiblichen Kolleginnen (42,6 Jahre). Dabei sind Frauen weniger expansionsfreudig: 2015 wurden zwei Drittel aller Filialgründungen von Männern durchgeführt.

Mit eigener Apotheke Familie und Beruf besser vereinbar

Dass Frauen sich später nieder­ließen spiegle, so die apoBank in ihrer Pressemeldung, letztendlich „die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung wider, der zufolge auch die Familiengründung immer später erfolgt“. Insgesamt biete die Selbstständigkeit jedoch mehr Gestaltungsfreiraum als eine angestellte Tätigkeit und lasse Apotheke und Kindererziehung besser vereinbaren. |

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