Wirtschaft

Vorsichtiger Optimismus

APOkix: Erwartungen im Aufwind / Umfrage: Ergänzungssortiment unverzichtbar

cha | Die Apotheker schätzen ihre wirtschaftliche Situation auch im Mai – wie schon im ­April – schlechter ein als im Vormonat: Mit 90,0 Punkten liegt der vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) allmonatlich ermittelte Konjunktur­index um 1,1 Punkte niedriger als im April. Dagegen hat sich der Index für die Erwartungen um 3,7 Punkte auf nunmehr 78,6 Punkte verbessert. Bei einem Wert von 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage.

53,6% der befragten Apothekenleiter – und damit 0,9 Prozentpunkte weniger als im Vormonat – beurteilen die aktuelle Geschäftslage ihrer Apotheke als „neutral“, 18,2% be­zeichnen sie als „sehr“ oder „eher positiv“, 28,2% sehen sie „sehr“ oder „eher negativ“. Dabei haben gegenüber dem Vor­monat die positiven Einschätzungen leicht abgenommen, während die negativen Einschätzungen ­zulegten.

Beim APOkix Konjunkturindex haben sich die Erwartungen verbessert.

Anders ist die Situation bei den ­Erwartungen: Da 13,7% der Apotheker – und damit mehr als im April mit 11,0% – mit einer starken oder leichten Verbesserung rechnen und 35,0% – und damit weniger als im April mit 36,2% – eine leichte oder starke Verschlechterung befürchten, zeigt hier der Trend nach oben. Der Index für die Erwartungen bleibt zwar weiterhin deutlich unter der neutralen 100-Punkte-Marke, liegt aber mehr als sieben Punkte über dem Wert vom Mai 2015.

Ergänzungssortiment trägt kaum zum Gewinn bei

Weiterhin befragt wurden die APOkix-Teilnehmer zum Thema Ergänzungssortiment. Die überwiegende Zahl der Apotheken bietet ein großes bis mittleres Sortiment an Kosmetika (29,5% groß, 45,5% mittel), Diagnostika (26,8%, 52,3%) sowie Sonnen- und Insektenschutz (23,2%, 56,8%) an. Etwas abgeschlagen folgen Körperpflegeprodukte (13,6%, 54,5%) sowie Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine und Mineralstoffe (12,7%, 50,9%). Gut die Hälfte der befragten Apotheker gibt an, dass seine Apotheke „auf bestimmte Produktbereiche aus dem Ergänzungssortiment einen Schwerpunkt gelegt“ habe.

Dabei spielt das Ergänzungssortiment für die Ertragslage der Apotheken nach Angaben der Befragten jedoch kaum eine Rolle. Nur für 2,3% der Befragten haben die Verkäufe aus diesem Sortimentsbestandteil eine hohe und für 22,8% eine mittlere Bedeutung für den Ertrag ihrer Apotheke. Im vergangenen Jahr war das Ergänzungssortiment in puncto Ertragslage noch für knapp 8,9% sehr und für 30,4% eher wichtig. Damit haben die ergänzenden Produkte ­unter Ertragsgesichtspunkten zuletzt an Bedeutung verloren.

Dennoch halten die Apotheker das Ergänzungssortiment für unverzichtbar: Mehr als sieben von zehn Befragten können laut eigenen Angaben nicht auf Haut- und Körperpflegeprodukte, Kosmetika, Hygieneartikel und Co. verzichten, weil ihre Kunden eben jene Produkte in der Apotheke kaufen möchten.

Große Gewinne verspricht man sich aber auch in Zukunft nicht von diesem Segment: Nur 10,2% der Befragten sind „voll und ganz“ sowie 23,3% „eher“ der Meinung, „dass die Bedeutung des Ergänzungssortiments für den Erfolg einer Apotheke in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird“.

Nachfrage nach Kosmetik und Co. stagniert

Eine Rolle dabei dürfte spielen, dass das Interesse der Kunden am Ergänzungssortiment stagniert. Nur 4,1% der Befragten stimmen „voll und ganz“ sowie 24,8% „eher“ der Aussage zu, dass Kunden „in meiner Apotheke heute viel häu­figer nach Produkten aus dem Ergänzungssortiment als noch vor 1 bis 2 Jahren“ fragen. Dagegen sehen mehr als zwei Drittel der APOkix-Teilnehmer keine stärkere Nachfrage. Dennoch beschäftigt sich die Mehrzahl der Apothekenleiter mit dem Thema: Nur gut ein Viertel der Befragten gibt an, sich kaum Gedanken über das Ergänzungssortiment zu machen. |

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung initiiert und durchgeführt, die ­Noweda eG unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

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