Wirtschaft

Bayer bleibt hartnäckig

Monsanto-Übernahmepoker geht in nächste Runde

STUTTGART (wes) | Medienberichten zufolge hat der Agrochemie-Konzern Monsanto die Über­nahmeofferte der Bayer AG abgelehnt. Wie das „Handelsblatt“ schreibt, sei das Angebot von 122 US-Dollar pro Aktie als „finanziell inadäquat“ eingestuft worden. Bayer hält weiterhin an den Plänen fest.

Insgesamt beläuft sich die Offerte von Bayer auf 62 Milliarden Dollar (ca. 55 Mrd. Euro). Bayer bekräftigte in einer Stellungnahme am 24. Mai, dass das „Angebot über 122 USD je Aktie in bar einen attraktiven und sicheren Wert für die Aktionäre von Monsanto darstellt.“ Der neue Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann freut sich, dass der Verwaltungsrat von Monsanto grundsätzlich der Meinung sei, dass eine „integrierte Strategie“ von erheblichem Vorteil sei. Deswegen sei es weiterhin das Ziel von Bayer, eine „für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.“ Man sei zuversichtlich, „alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten“ klären zu können. Laut Handelsblatt deute diese Formulierung ­darauf hin, dass Bayer beim Preis nachlegen könnte.

Monsanto ist ein US-Agrarkonzern, der vor allem (auch gentechnisch verändertes) Saatgut und Herbizide produziert, darunter das umstrittene Breitband-Herbizid Glyphosat („Roundup“). In der EU wird seit Monaten diskutiert, ob Glyphosat weiterhin zugelassen werden soll. Insbesondere wird um die Frage gestritten, ob Glyphosat krebserregend ist oder nicht. Monsanto erwirtschaftete 2015 mit 21.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 15 Milliarden Dollar (ca. 13 Mrd. Euro).

Die Leverkusener Bayer AG konzentriert sich ganz auf die Sparten Arzneimittel (Pharmaceuticals, Consumer Health und Animal Health) und Agrarchemie (Crop Science). Die ehemals bedeutende Werkstoff-Sparte (Material Science) wurde unter dem Namen Covestro abgespalten.

Mit der Übernahme würde Bayer zum größten Agrarchemie-Hersteller der Welt werden. Die Agrarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen, so Bayer-Chef Baumann. Durch einen Zusammenschluss könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben. Davon würden die Landwirtschaft, aber auch die eigenen Aktionäre profitieren.

Die Börse, die zuerst zurückhaltend auf die Übernahmepläne reagiert hatte, würdigte die Hart­näckigkeit der Leverkusener offenbar. Der Kurs der Bayer-Aktie, der zuletzt stark nachgegeben hatte, erholte sich Mitte der letzten Woche wieder. |

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