Wirtschaft

Freien Berufen geht es gut

Alarm wegen Deregulierungsoffensiven der EU-Kommission

cha | Die Freien Berufe sind mit ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage weiterhin durchaus zufrieden – das zeigt eine Umfrage, die das Institut für Freie Berufe (IFB) für den Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) unter knapp 450 Freiberuflern durchgeführt hat.

Unter den Befragten sind auch Apothekenleiter, denn schließlich gehört die ABDA zu den Mitgliedern des BFB. Wieviele Apotheker tatsächlich an der Umfrage teilgenommen haben und wie deren Einschätzungen ausfielen – darüber wollte sich der BFB gegenüber der AZ nicht äußern.

Im Einzelnen zeigt sich, dass je 43% der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend und 15% als schlecht beurteilen. Alle vier Freiberufler-Gruppen verzeichnen einen positiven Saldo. Besonders zufrieden zeigen sich die Befragten aus dem Bereich Rechts-, Steuer- und Wirtschaftsberatung sowie aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, gefolgt von den Heilberufen. Skeptischer sind die freien Kulturberufe.

Für die kommenden sechs Monate erwartet die große Mehrheit der befragten Freiberufler mindestens eine stabile Entwicklung: 14% der Befragten rechnen mit einer besseren, 70% mit einer gleichbleibenden und 15% mit einer ungünstigeren Entwicklung.

„Die Tonart wird vernehmlich schärfer“

BFB-Präsident Horst Vinken schließt daraus: „Die Freien Berufe sind zuversichtlich, robust, zuverlässig und bringen der deutschen Volkswirtschaft und dem europäischen Binnenmarkt auch weiterhin deutliche Wachstumsimpulse.“ Es sei daher ärgerlich und unverständlich, dass das System „Freier Beruf“ nicht als Blaupause genommen, sondern dass stattdessen an seinen Grundfesten gerüttelt werde: „Dass die EU-Kommission die Freien Berufe fokussiert, ist nicht neu. Aber die Binnenmarktstrategie zeigt, dass die Tonart vernehmlich schärfer wird. Das ist alarmierend, ebenso wie die Tatsache, dass die EU-Kommission Aspekte des Verbraucherschutzes darin nahezu vollständig ausblendet.“ |