Wirtschaft

Aufwärtstrend gestoppt

APOkix: Wirtschaftliche Lage verschlechtert / Umfrage: Skepsis gegenüber Preiswettbewerb

cha | Die Apotheker schätzen ihre wirtschaftliche Situation im April schlechter ein als im Vormonat: Mit 91,1 Punkten liegt der vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) allmonatlich ermittelte Konjunktur­index um 3,4 Punkte niedriger als im März – aber immer noch besser als in den zehn Monaten zuvor. Auch der Index für die Erwartungen sank um 4 Punkte auf nunmehr 74,9 Punkte. Bei einem Wert von 100 Punkten halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage.

54,5% der befragten Apothekenleiter – und damit 6,4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat – beurteilen die aktuelle Geschäftslage ihrer Apotheke als „neutral“, 18,3% be­zeichnen sie als „sehr“ oder „eher positiv“, 27,3% sehen sie „sehr“ oder „eher negativ“. Dabei haben gegenüber März 2016 sowohl die „eher negativen“ als auch die „eher positiven“ Einschätzungen abgenommen, während „neutral“ zulegte. Etwas anders ist die Situation bei den Erwartungen: Hier rechnen 52,8% mit stabilen Verhältnissen (März: 50,2%), 11,0% erwarten eine starke oder leichte Verbesserung (März: 14,3%) und 36,2% befürchten eine leichte oder starke Verschlechterung (März: 35,4%).

Die APOkix-Konjunkturindices zeigen im April eine Eintrübung.

Jeder Zweite beschäftigt sich intensiv mit Preisgestaltung

Weiterhin befragt wurden die teilnehmenden Apothekenleiter zum Thema Preiswettbewerb. Die Ergebnisse zeigen: Rund 50% der Befragten beschäftigen sich ausgiebig mit der Preisgestaltung von OTC-Produkten. Fast ebenso viele geben an, dass ihre Apotheke einem intensiven Preiswettbewerb ausgesetzt ist.

Nach Aussage der befragten Apothekeninhaber stehen dabei besonders Produkte aus den Bereichen Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsergänzungsmittel (67,1%) ­sowie Husten, Erkältung, Fieber (60,3%) im Fokus. Auch bei Produkten zur Behandlung von Bewegungsschmerzen (59,8%) und Kopfschmerzen (56,8%) wird der Preiswettbewerb besonders intensiv wahrgenommen.

Preisspirale und Imageverlust werden befürchtet

Allerdings zeigen sich die APOkix-Teilnehmer beim Preiswettbewerb durchweg skeptisch: Fast 92% der Befragten glauben, dass durch Sonderangebote und preisaggressive Werbung im OTC-Bereich eine Preisspirale in Gang gesetzt wird, die sich zukünftig weiter verstärkt. Außerdem sind knapp 86% der Auffassung, dass OTC-Präparate hierdurch trivialisiert werden. 85,4% befürchten, dass „der Apotheker immer weniger als Heilberufler und mehr als Händler wahrgenommen wird“. Und 76,4% glauben, dass „das Image des Apothekers und der Apotheke in der Bevölkerung leidet“.

Nur jeder Zehnte rechnet mit deutlich mehr Ertrag

Dagegen finden nur 35,6% der Befragten, dass mit dem Preiswett­bewerb ein effektives Apothekenmarketing betrieben werden kann. Lediglich knapp ein Drittel ist der Ansicht, dass sich durch den Preiswettbewerb der Umsatz der Apotheke deutlich steigern lässt, mit einer deutlichen Ertragssteigerung rechnet nur gut jeder Zehnte.

Kaum Interesse an der Happy Hour

Ihre Skepsis gegenüber dem Preiswettbewerb hält die Mehrzahl der Befragten jedoch nicht davon ab, selbst dabei mitzumachen. So bewerben 76,1% Sonderangebote bzw. -preise bei OTC-Arzneimitteln mit Hinweisen in der Offizin, 62,4% durch Hinweise im Schaufenster und 47,0% durch Werbeprospekte/Flyer. 72,1% gewähren Rabatte für Aktionsartikel und 65,8% geben Rabatte für Kundenkarteninhaber. Kaum eine Rolle spielen dagegen Zeitungsanzeigen (10,3%) oder Rabatte an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Uhrzeiten (9,9%).

Bemerkenswerterweise gehen die Preise jedoch nicht immer nur nach unten: Immerhin 43,2% der Befragten haben nach der Freigabe die Preise „bei wenigen“ und 11,5% „bei vielen“ OTC-Produkten erhöht. |

APOkix wird vom Kölner Institut für Handelsforschung initiiert und durchgeführt, die Noweda eG Apothekergenossenschaft unterstützt APOkix im Rahmen eines Sponsorings, Medienpartner ist der Deutsche Apotheker Verlag.

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