Aus den Ländern

Von der Erfahrung zur Expertise

PCNE – Pharmaceutical Care in Europa

Vom 4. bis 6. Februar fand in ­Mecheln, Belgien, die diesjährige Konferenz des Pharmaceutical Care Network Europe, PCNE, unter dem Motto „Pharmaceutical Care V 2.0: from experience to expertise“ statt.

Was ist das PCNE?

Klinische Pharmazie und Sozialpharmazie sind die Grundlagen für Pharma­ceutical Care. Das Pharmaceutical Care Network Europe zählt derzeit 32 Institutionen wie Universitäten oder Apothekerverbände und 39 Personen als Mitglieder. Aus Deutschland sind die ABDA und die Pharmazeutischen Institute der Freien Universität Berlin, der Universität Bonn und der Universität Münster sowie sechs Wissenschaftler Mitglied. Auf den PCNE-Konferenzen werden Forschungsergebnisse präsentiert und besprochen sowie Standards und Definitionen festgelegt, die in der Regel von den vertretenen Ländern übernommen werden. Das PCNE ist 20 Jahre alt und erlangt mit dem Wandel der Pharmazie zunehmende Bedeutung. In den letzten Jahren wendet es sich zusätzlich zur Grundlagenforschung im Bereich des Pharmaceutical Care auch der Erstellung von Leitlinien und der Erforschung der angewandten Methoden in diesem Bereich zu. Mehr Informationen unter www.pcne.org.

In fünf Workshops ging es um Medi­kationsanalysen, Medikationsmanagement und die Implementierung von Pharmaceutical Care, aber auch um Anleitungen zur Durchführung wissenschaftlicher Studien. Über 100 Teilnehmer aus 25 Ländern tauschten sich hier zum aktuellen Stand aus und ­erarbeiteten neue Perspektiven. Mehr als 60 Poster aus den verschiedenen Arbeitskreisen wurden präsentiert.

Bei den Medikationsanalysen wird ­immer häufiger auch der Einfluss der Nierenfunktion auf die Therapie untersucht. Hier kommt es in der Praxis wiederholt zu bedeutenden klinischen Problemen, sodass ein Optimierungsbedarf besteht und intensive Forschung nötig ist. Nachdem viele Länder den Wandel zu Klinischer Pharmazie, Pharmakotherapie und Pharma­ceutical Care bereits umgesetzt haben und z. B. Medikationsanalysen bereits vollumfänglich einsetzen, stellt sich nun die Frage, wie man das erworbene Wissen bestmöglich den Patienten kommunizieren kann. Dabei können Pharmazeuten Methoden der Sozialwissenschaften anwenden wie die „Grounded Theory“ und das Aus­werten von Fokusgruppen.

Preisverleihungen

Der ABP-Preis ging an Ana Janezic aus Slowenien, die ein Poster über ihre Studie zur Medikationsadhärenz und Gesundheitszielen bei Asthmapatienten präsentierte. Den FI-Preis für den besten Vortrag erhielt Sophie Liekens aus Belgien, die die Effekte eines strukturierten Trainingsprogramms für Apotheker auf die Lebensqualität von depressiven Patienten erforscht hat. Dr. Hanne Herborg aus Kopenhagen wurde für ihre Verdienste um das PCNE zum Ehrenmitglied ernannt.

In der Hauptversammlung des PCNE am 7. Februar wurden sieben neue ­Mitglieder aufgenommen. |

Foppe van Mil und Olaf Rose

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