DAZ aktuell

Gesundheitskarte für Asylbewerber

In Brandenburg sollen Asylsuchende schon bald eine Gesundheitskarte bekommen. Landessozialministerin Diana Golze (Linke) will sie im Alleingang einführen und nicht auf eine Regelung vom Bund warten. „Wir wollen, dass Asylsuchende damit ganz normal ohne großen bürokratischen Aufwand zum Arzt gehen können“, sagte sie. Vonseiten der Brandenburger Apotheker erhält sie dafür Unterstützung: Die ungemein bürokratischen und komplizierten Vorgänge bei der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen abzubauen, sei „ein gutes, dringendes und notwendiges Vorhaben“, erklärte der Apothekerverband Brandenburg. Bei der aktuellen Versorgungsstruktur im Krankheitsfall seien Probleme und Komplikationen sowohl für die Asylsuchenden, als auch für Ärzte und Apotheker vorprogrammiert. Bund und Länder verhandeln derzeit in einer Arbeitsgruppe über die Gesundheitskarte für Asylsuchende. Einige Länder fordern, sie als regulär Versicherte in die gesetzliche Krankenversicherung aufzunehmen. Die Bundesregierung reagierte darauf allerdings zurückhaltend. Bislang gibt es die Gesundheitskarte für Asylbewerber in Bremen und Hamburg.

KompetenzApotheke SCHMERZ geht weiter

Die von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. (DGS) angestoßene Fortbildungs- und Zertifizierungsinitiative „KompetenzApotheke SCHMERZ“ wird nach der erfolgreichen Pilotphase in diesem Jahr fortgesetzt. Laut Pfizer, einem der Projektpartner, werden bundesweit 20 neue Kurse angeboten, die Apotheker und ihre Mitarbeiter in der fachlichen Beratung von Schmerzpatienten stärken sollen. Die Resonanz ist offenbar gut: 98 Prozent aller bisherigen Teilnehmer würden laut Pfizer das Angebot weiterempfehlen. Angefangen hat das Projekt in Bayern, im Herbst 2013 streckte man die Fühler bundesweit aus. Bis Ende 2014 sind Pfizer zufolge mehr als 100 Apotheken und mehr als 200 Kursteilnehmer zertifiziert worden.

Niederlassungen von Apotheken verzögert?

Während hierzulande über den Entwurf für ein Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen debattiert wird, stehen spanische Apotheker im Verdacht, die Niederlassung von Konkurrenten zu verzögern. Das Pikante daran: Sie sind nicht nur Apotheker, sondern auch Politiker. Medienberichten zufolge hat ein Gericht auf Mallorca ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den balearischen Ministerpräsidenten José Ramón Bauzá eingeleitet. Der studierte Apotheker steht im Verdacht, sich des Amtsmissbrauchs schuldig gemacht zu haben. Anzeige erstattet hat ein Apotheker auf Menorca. Er wirft insgesamt vier Politikern vor, wegen „offensichtlichen Eigeninteresses“ die Zulassung neuer Apotheken-Niederlassungen zu verzögern. Zudem seien mit einem neuen Gesetz die Spielregeln zugunsten der Politiker geändert worden. Neben dem Premier Bauzá, der eine Apotheke in der Gemeinde Marratxí auf Mallorca besitzt, ist auch Gesundheitsminister Martí Sansaloni Apotheker. Das Verfahren ist insbesondere deshalb heikel, weil nach dem „Ehrenkodex“ der regierenden Konservativen kein Politiker zur Wahl aufgestellt werden darf, der ­offiziell beschuldigt ist. Sollte Bauzá vorgeladen werden, dürfte er also nicht mehr als Spitzenkandidat bei den Regionalwahlen im Mai antreten.

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