Aus den Ländern

Modellprojekt könnte E-Health-Gesetz beeinflussen

Elektronischer Medikationsplan in Rheinland-Pfalz „erfolgversprechend“

cae | Die Träger des am 2. März gestarteten Modellprojekts „Vernetzte Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) mit dem elektronischen Medikationsplan in Rheinland-Pfalz“ haben am 25. November ­einen erfolgversprechenden Zwischenbericht vorgelegt und kommentiert. Projektträger sind das rheinland-pfälzische Gesundheits­ministerium, die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, die Uni­versitätsmedizin Mainz und die Techniker Krankenkasse.

Am Projekt nehmen Patienten teil, die nach einem Krankenhausaufenthalt anhand eines Medikationsplans ambulant weiterbehandelt werden. Von 280 Patienten, die von rund 240 öffentlichen Apotheken und rund 130 Hausärzten ein halbes Jahr lang betreut wurden, liegen nun erste Ergebnisse vor.

Medikationspläne vom ­Krankenhaus

Krankenhausapotheker hatten die ­Medikationspläne in Absprache mit den Klinikärzten bei der Entlassung der Patienten aus den Kliniken erstellt. Dabei hatten sie die Einnahmezeiten und Dosierungen der Arzneimittel so gewählt, dass unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen vermieden werden. „Die Krankenhausapotheker sind prädestiniert, den Medikationsplan bei Entlassung der Patienten aus dem Krankenhaus zu erstellen, den ­Patienten zu erklären und damit die Anwendung der Arzneimittel sicherer zu machen“, betonte Prof. Dr. Irene Krämer, Direktorin der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz und Projekt­leiterin.

Die Rolle der Apotheken

Während der ambulanten Therapie wurden die Medikationspläne insgesamt 250-mal aktualisiert, davon 80 Prozent durch die Apotheke, elf Prozent durch den Hausarzt und neun Prozent durch Apotheke und Arzt gemeinsam. Die öffentlichen Apotheken haben die Medikationspläne vor allem dann aktualisiert,

  • wenn sie aufgrund von Rabattverträgen der Krankenkassen verordnete Arzneimittel gegen wirkstoffgleiche Präparate ausgetauscht haben und
  • wenn die Patienten Arzneimittel zur Selbstmedikation einnahmen.

Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, kommentierte: „Apotheker sind die ­Experten für Arzneimittel und tragen Verantwortung für die Arzneimitteltherapiesicherheit. Durch das Modellprojekt sind Krankenhäuser, Hausärzte und Apotheker besser vernetzt bei der Erstellung individueller Medikationspläne. Davon profitieren die Patienten unmittelbar.“

Versorgung verbessern

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler erhofft sich von dem Modellprojekt auch Impulse für die laufenden Diskussionen zur Ausgestaltung des E-Health-Gesetzes. Die Zwischenresultate seien „richtungsweisend“ und sollten „auf Bundesebene berücksichtigt“ werden.

Die Landeschefin der Techniker Krankenkasse, Anneliese Bodemar, erhofft sich von dem Projekt Anregungen zur Einführung der Telemedizin, um die Versorgung insbesondere auf dem Lande zu verbessern. Es gelte, zu prüfen, „inwiefern telemedizinische Vernetzung einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit leisten kann“. Darüber hinaus soll der Medikationsplan den Informationsstand der Patienten und damit ihre Therapietreue erhöhen.“

Auch die Patienten wurden nach ihrer Meinung zum Medikationsplan befragt. Die meisten hielten ihn für ausgesprochen hilfreich, um beispielsweise Informationen über ihre Arzneimittel und ihre Einnahme schnell und einfach nachlesen zu können.

Das Projekt läuft noch bis Anfang 2016. Im Frühjahr sollen dann die ­endgültigen Ergebnisse vorgestellt werden. |

Quelle: http://msagd.rlp.de, Pressemitteilung vom 25.11.2015

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