Aus den Ländern

„Ein pharmazeutisches Hochamt“

Volles Haus beim Fortbildungskongress der LAK Baden-Württemberg in Heidelberg

HEIDELBERG (jb) | Der Heidelberger Herbstkongress der Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg ist eine Institution: 1000 Apotheker nehmen teil, über 100 stehen auch dieses Jahr wieder auf der Warteliste. Bereits im September war die Veranstaltung, die am 21. und 22. November stattfand, ausgebucht. Die Vorträge wurden wieder über Video in mehrere Hörsäle übertragen. Die Anmeldungen gehen schon ein, bevor das Thema feststeht, berichtete Patrick Schäfer, der Leiter Aus-, Fort- und Weiterbildung bei der LAK.
Foto: LAK BaWü

Fachapothekerin Natascha Kräter (Bildmitte) erhielt den Preis für die beste Projekt­arbeit des Jahres 2014. Hier mit LAK-Präsident Dr. Günther Hanke und LAK-Vorstandsmitglied Beate Predel.

Nachdem man sich letztes Jahr den Viren gewidmet hatte, lautete das Thema dieses Jahr „Bakterien – Freunde oder Feinde?“ Im ersten Vortrag zeichnete Professor Ulrike Holzgrabe ein eher pessimistisches Bild. Nach einem Überblick über bakterielle Seuchen der Menschheitsgeschichte zeigte sie, was in nächster Zeit an neuen Wirkstoffen zu erwarten ist – und das ist in ihren Augen nicht besonders viel.

Im weiteren Verlauf des Samstag­nachmittags standen dann noch die Behandlung bakterieller Erkrankungen der Atemwege und der Lunge mit besonderem Schwerpunkt auf den ambulant erworbenen Pneumonien sowie die Behandlung von Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten auf dem Programm.

Den zweiten Vortragstag begann Apotheker Dr. Wolfgang Kircher, Peißenberg, mit einem seiner gewohnt praxis­nahen Vorträge über Beratungshinweise zur Anwendung von Antibiotika. Kircher zeigte sich sichtlich beeindruckt von den Ausmaßen und der ­Organisation des Kongresses und bezeichnete die Veranstaltung als „pharmazeutisches Hochamt“. Nach einem Vortrag über bakterielle Infektionen des Gastrointestinaltrakts gab zum Abschluss Professor Peer Bork vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg einen spannenden Einblick in die Mikrobiota und die Symbiose zwischen Mensch und Bakterien, ein Forschungsbereich, der sich noch in den Kinderschuhen befindet, von dem aber in den nächsten Jahren einiges zu erwarten ist. Zum Beispiel weitere Erkenntnisse über Zusammen­hänge zwischen Veränderungen des Mikrobioms und dem Auftreten verschiedener Erkrankungen, die der Entwicklung verschiedener Biomarker dienen könnten.

Im Rahmen des Herbstkongresses wurde der Preis für die beste Projektarbeit im Rahmen der Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie vergeben. Ausgezeichnet wurde Fachapothekerin Natascha Kräter für ihre Arbeit zum Thema „Arzneimittelberatung in Schwangerschaft und Stillzeit“. Der Preis ist mit 750 Euro dotiert. Frau Kräter absolvierte ihre Weiterbildung in der Apotheke im Ärztezentrum Ellwangen. Die Weiterbildung wurde von Dr. Richard Krombholz betreut.

Weiterbildung in Infektiologie

In diesem Zusammenhang wies LAK-Vorstandsmitglied Beate Predel noch darauf hin, dass in Baden-Württemberg eine neue Weiterbildung „Infektiologie“ angeboten wird. Für die Weiterbildung, die 100 Stunden umfasst und sich vor allem an Klinikapotheker richtet, stehen 25 Plätze zur Verfügung. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Auch die Termine und sogar die Themen für die nächsten Fortbildungskongresse in Baden-Württemberg ­stehen bereits fest. LAK- Präsident Dr. Günther Hanke gab sie am Schluss der Veranstaltung bekannt und bat um frühzeitige Anmeldung, da auch 2016 wieder nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen werden. So findet der Frühjahrskongress in Villingen-Schwenningen nächstes Jahr am 12. und 13. März statt. Das Thema werden HNO-Erkrankungen sein. Am 19. und 20. November 2016 stehen dann in Heidelberg „Gehirn und Psyche“ auf der Tagesordnung.

Für alle, die dieses Jahr keinen Platz mehr ergattert haben oder die Vorträge noch einmal Revue passieren lassen wollen, stehen die Vorträge aus Heidelberg im Passwort-geschützten Bereich auf der Homepage der LAK zur Verfügung. |

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