Komplementäre Therapien

Die Energie der Blüten nutzen

Bach-Blüten unterstützen das geistig-seelische Gleichgewicht

Foto: meineurlaubswelt - Fotolia.com
Von Matthias Eisele | Die Bach-Blüten-Heilkunde wurde von Dr. Edward Bach entwickelt. Der Arzt gewann die Erkenntnis, dass der Ursprung einer „kranken Gesundheit“ mehr im seelischen als im körperlichen Bereich liegt. Er beobachtete die für Menschen typischen Ausdrucks- und Verhaltensformen und teilte die krankmachenden Gemütszustände in sieben Gruppen ein. Diesen ordnete er seine Bach-Blüten-Essenzen zu, die den krankmachenden Strukturen im Verhalten, Denken und Fühlen des Patienten entgegenwirken sollen und sie in eine heilsame Richtung lenken.

Bachs berufliche Laufbahn beginnt in der konventionellen Medizin seiner Zeit. Er wurde 1886 bei Birmingham in England geboren, studierte Medizin und arbeitete anschließend als Chirurg und Leiter der Unfallstation eines Londoner Krankenhauses. Die Vielfalt der Bakterien im Darm des Menschen erregte sein besonderes Interesse. Er erforschte die Zusammensetzung der Darmflora und brachte das vermehrte Vorkommen bestimmter Bakterien-Stämme mit häufig vorkommenden Erkrankungen in Verbindung. Spezielle Arzneimittel, Nosoden aus diesen Bakterien-Stämmen, wurden von ihm hergestellt und erprobt. Dieser Ansatz erscheint aus heutiger Sicht wieder brandaktuell: Mit dem Buch „Darm mit Charme“ veröffentlichte die Medizinerin Guilia Enders 2014 ein populärwissenschaftliches Buch zum selben Thema. Es liegen inzwischen Hinweise auf die bisher unterschätzte Bedeutung der Darmflora vor, die komplexe Zusammensetzung macht ein gezieltes Eingreifen aber immer noch schwierig. Mit Techniken wie der Stuhltransplantation werden teils überraschend gute Ergebnisse bei chronischen Darmentzündungen erzielt. Zurück zu Bach: Nach dem Tod seiner ersten Frau erkrankte er schwer, überlebte aber entgegen den Prognosen seiner Ärzte. Danach begann er sich am Londoner Homoeopathic Hospital mit der Homöopathie Samuel Hahnemanns auseinander zu setzen und produzierte seine so genannten Bach-Nosoden aus Bakterien-Stämmen nun nach den homöopathischen Herstellungsvorschriften. Mehr und mehr weitete sich sein Blick für die Zusammenhänge des Gesundheitszustandes eines Menschen und dessen emotionaler und geistiger Struktur.

Auf der Suche nach „reineren“ Arzneimitteln“ stieß er 1928 bei Wanderungen in Wales auf die ersten Bach-Blüten: Impatiens, Clematis und Mimulus. Dies geschah auf rein intuitive Weise. Es wird berichtet, dass Bach eine hohe Sensitivität entwickelt hatte und durch das Auflegen eines Blütenblattes auf die Zunge, das Heilpotenzial einer Pflanze erspüren konnte. 1930 gab er seine Londoner Praxis auf und widmete sich dann ganz der Weiterentwicklung seiner neuen Heilmethode, der Bach-Blüten-Therapie. In seinem Büchlein „Heal thyself“ (Heile Dich selbst) beschreibt er seine Auffassung von Gesundheit und Krankheit, Krankheitsvorsorge und Heilung. Bis 1933 hatte er 19 seiner Heilmittel gefunden, die er in die zwölf „Heiler“ und sieben „Helfer“ unterschied. Hierzu verfasste er ein Schriftstück mit dem Titel „The Twelve Healers and Other Remedies“ (Die zwölf Heiler und andere Heilmittel). Zu Beginn stellte er seine Bach-Blüten-Essenzen noch nach homöopathischen Verfahren her, dann begann er jedoch seine beiden eigenen Herstellungsprozesse einzusetzen, die Sonnen- und die Kochmethode. Nachdem er mit 19 weiteren Heilmitteln, die vorwiegend aus Baumblüten gewonnen werden, sein System erweiterte, empfand er 1936 seine Methode als vollständig. Er ging nun auf Vortragsreisen um seine Heilmethode bekannter zu machen. Im November 1936 verstarb er im Schlaf an Herzversagen.

Wirkprinzip: krankmachenden Strukturen im Verhalten, Denken und Fühlen entgegenwirken

Bach verstand Krankheit hauptsächlich als einen Hinweis darauf, dass der jeweilige Mensch aus dem inneren Gleichgewicht geraten ist, seine Lebensaufgabe nicht findet oder ihr ausweicht und krankmachende Charakterzüge entwickelt hat. So schreibt er: „Die eigentlichen Grundkrankheiten des Menschen sind Fehler wie Stolz, Hass, Eigenliebe, Unwissenheit, Unsicherheit und Habgier.“ Und „Krankheit lässt sich verhüten und heilen, wenn wir den Mangel in uns selbst entdecken und dadurch ausmerzen, ... indem wir die ihm entgegengestellte Tugend in so mächtigem Maße entfalten, dass sie den Mangel aus unserem Wesen hinwegfegt.“ Nach genauer Befragung und Beobachtung des Patienten setzte Bach die Blüten-Essenzen dazu ein, den krankmachenden Strukturen im Verhalten, Denken und Fühlen des Patienten entgegenzuwirken und in eine heilsame Richtung zu lenken. Er teilte die krankmachenden Gemütszustände in sieben Gruppen ein, welchen er seine Bach-Blüten-Essenzen zuordnete (siehe Tabelle 1). Die einzelnen Essenzen sind zur Behandlung verschiedener Facetten dieser sieben Gemütszustände gedacht und werden in Tabelle 2 vorgestellt.

Tab. 1: Krankmachende Gemütszustände und zugeordnete Bach-Blüten
negative Gemütszustände
zugeordnete Bach-Blüten
1. Angst
Aspen, Cherry Plum, Mimulus, Red Chestnut, Rock Rose
2. Unsicherheit
Cerato, Gentian, Gorse, Hornbeam, Scleranthus, Wild Oat
3. ungenügendes Interesse an der Gegenwarts­situation
Clematis, Chestnut Bud, ­Honeysuckle, Mustard, ­Olive, White Chestnut,Wild Rose
4. Einsamkeit
Heather, Impatiens, Water Violet
5. Überempfindlichkeit gegenüber fremden Einflüssen und Ideen
Agrimony, Centaury, Holly, Walnut
6. Mutlosigkeit, Verzweiflung
Crab Apple, Elm, Larch, ­Pine, Oak, Star of Bethlehem, Sweet Chestnut, ­Willow
7. übergroße Sorgen um andere
Beech, Chicory, Rock Water, Vervain, Vine

Das bekannteste Heilmittel aus der Bachblüten-Therapie ist sicher die Rescue-Remedy, auch Notfall-Tropfen genannt. Sie nimmt eine Sonderstellung ein. Hier handelt es sich um eine Mischung aus fünf verschiedenen Bach-Blüten: Cherry Plum, Clematis, Impatiens, Rock Rose und Star of Bethlehem. Die Einnahme von Rescue-Remedy dient der schnellen Stabilisierung von Körper und Geist in Ausnahmesituationen. Wenn man durch eine plötzliche, belastende Situation seelisch-geistig aus dem Gleichgewicht geworfen wird oder eine körperliche Verletzung erfahren hat, kann Rescue-Remedy die emotionale Stabilisierung und Entspannung unterstützen. So können die Selbstheilungskräfte besser wirken. Die Notfall-Tropfen ersetzen keinesfalls eine medizinische Notfallbehandlung, können diese jedoch unterstützen.

Tab. 2: Kurzcharakteristik der 38 Bach-Blüten-Essenzen und der Rescue-Remedy
Bach-Blüte
deutscher Name
Kurzcharakteristik des ­Seelenzustandes
Bach-Blüte
deutscher Name
Kurzcharakteristik des ­Seelenzustandes
0 Rescue-Remedy
bei plötzlichen seelischen oder körperlichen Belastungen und Verletzungen, in extremen Stresssituationen
20 Mimulus
Gelbe Gauklerblume
vielerlei konkrete Ängste
1 Agrimony
Kleiner Odermennig
gespielte Fröhlichkeit und Sorglosigkeit aus übergroßem Harmoniebedürfnis
21 Mustard
Ackersenf
plötzliche tiefe Traurigkeit ohne erkennbaren Anlass
2 Aspen
Zitter­pappel
hohe Sensibilität mit Ängsten ohne erkennbare Ursache
22 Oak
Stieleiche
zu viel Ehrgeiz und Pflichtgefühl führen zu Überarbeitung und Niedergeschlagenheit
3 Beech
Rotbuche
offene oder verborgene Kritiksucht und Engstirnigkeit
23 Olive
Ölbaum
totale Erschöpfung, Kraftlosigkeit, körperlich und geistig entkräftet
4 Centaury
Tausendgüldenkraut
Unterordnung aus Willens­schwäche
24 Pine
Waldkiefer
übertriebene Schuldgefühle machen mutlos, lassen Minderwertigkeitsgefühle entstehen
5 Cerato
Hornkraut
mangelndes Vertrauen in die eigene Urteilskraft
25 Red Chestnut
Rote Rosskastanie
zu viele Sorgen um andere, zu wenig um sich selbst
6 Cherry Plum
Kirschpflaume
unterdrückte Gefühle stauen sich an, Angst die Kontrolle über sich zu verlieren
26 Rock Rose
Sonnenröschen
Angst- und Panikzustände
7 Chestnut Bud
Gewöhnliche Rosskastanie
lernt nichts aus eigenen Erfahrungen
27 Rock Water
Wasser aus heilkräftiger Quelle
extreme Selbstdisziplin um hohen Idealen gerecht zu werden,
hart zu sich selbst
8 Chicory
Wegwarte
kontrollierend und überfürsorglich, um im Mittelpunkt zu stehen
28 Scleranthus
Einjähriger Knäuel
rascher Stimmungs- und Meinungswechsel, sprunghaft
9 Clematis
Waldrebe
lebt in einer Traumwelt mit Desinteresse an der Realität
29 Star of Bethlehem
Doldiger Milchstern
Folgen unverarbeiteter traumatischer ­Erlebnisse
10 Crab Apple
Holzapfel
zwanghafte Sauberkeit und Ordnung
30 Sweet Chestnut
Ess­kastanie
Verzweiflung aus Hoffnungslosigkeit, die Grenze des Erträglichen ist erreicht
11 Elm
Haar-Ulme
plötzliche Angst zu Versagen, in schwierigen Lebenssituationen
31 Vervain
Echtes Eisenkraut
missionarischer Übereifer, reizbar und ­fanatisch
12 Gentian
Bitterer Fransen­enzian
Mutlosigkeit und schnelles Aufgeben durch mangelndes (Selbst-)Vertrauen
32 Vine
Weinrebe
Machtgier und Rücksichtslosigkeit
13 Gorse
Stech­ginster
Resignation ohne Hoffnung auf Verbesserung
33 Walnut
Echte Walnuss
Unsicherheit bei Entscheidungen, neue Lebenssituationen machen unsicher
14 Heather
Heidekraut
egozentrisch, will immer im Mittelpunkt stehen und ist nur mit sich beschäftigt
34 Water Violet
Wasser­primel
gestörte Kommunikation durch ­distanziertes Verhalten, Überlegenheitsgefühl
15 Holly
Gewöhnliche Stechpalme
wird von negativen Emotionen wie Hass, Rachsucht oder Misstrauen beherrscht
35 White Chestnut
Gewöhnliche Rosskastanie
Gedanken kreisen ständig, kommen nicht zur Ruhe
16 Honeysuckle
Echtes Geißblatt
gedanklich meist in der Vergangenheit
36 Wild Oat
Waldtrespe
Richtungslosigkeit, Lebensziele sind unklar
17 Hornbeam
Hainbuche
mentale Erschöpfung, geistig-­seelisch ausgebrannt
37 Wild Rose
Hundsrose
Resignation, das Leben scheint nichts mehr zu bieten, man fügt sich in sein Schicksal und gibt sich auf
18 Impatiens
Drüsiges Springkraut
ungeduldig, schnell und hektisch, leicht gereizt
38 Willow
Gelbe Weide
Verbitterung und Groll wegen des eigenen Schicksals, man fühlt sich als Opfer
19 Larch
Europäische
Lärche
mangelndes Selbstvertrauen, man erwartet erfolglos zu bleiben

Art der Anwendung und Dosierung

Einzelgabe: Für besonders schnellen Wirkungseintritt verwendet man die Bach-Blüten-Essenzen unverdünnt aus dem Stockbottle. Stockbottles sind die unverdünnten Konzentrate der einzelnen Blütenessenzen. Man gibt bei Jugendlichen und Erwachsenen zwei Tropfen als Einzelgabe, bei Kindern ein Tropfen. Rescue-Remedy-Tropfen werden doppelt so hoch dosiert. Die Tropfen werden direkt unter die Zunge getropft und vor dem Hinunterschlucken etwas im Mund bewegt.

Wasserglas-Methode: Die Wasserglas-Methode wird für die mittelfristige, intensive Behandlung eingesetzt: Zwei Tropfen je ausgewählter Essenz, bei Rescue-Remedy vier Tropfen, werden in ein großes Glas mit Wasser gegeben und in kleinen Schlucken über den Tag verteilt eingenommen.

Behandlungslösung: Normalerweise verwendet man die verdünnte Behandlungslösung, von der man dann fünf bis zehn Tropfen als Einmalgabe gibt. Diese Behandlungslösung wird hergestellt, indem man je 10 ml Gesamtvolumen einen Tropfen jeder ausgewählten Blütenessenz hinzufügt. Die Basislösung ist ein stilles Mineralwasser, mit 15% Alkohol konserviert. Wird eine alkoholfreie Lösung benötigt, kann auch nur stilles Wasser verwendet werden, dann ist sie jedoch nur ein bis zwei Tage haltbar.

Als Beispiel: Olive, Hornbeam und Star of Bethlehem wurden als geeignete Essenzen ausgewählt. Für eine Behandlungslösung mit 30 ml werden je drei Tropfen dieser Essenzen in ein 30 ml Tropffläschchen gegeben und dann mit der Basislösung auf 30 ml aufgefüllt.

Äußerlich: Äußerlich kann die Rescue-Creme mehrmals täglich aufgetragen werden oder ein Wickel mit mindestens sechs Tropfen je halbem Liter Flüssigkeit getränkt werden.

Für die Dosierungshäufigkeit der Bach-Blüten-Essenzen, pur aus dem „Stockbottle“ oder verdünnt in einer Behandlungslösung, lässt Bach ein breites Spektrum zu. Von der mehrmaligen Anwendung innerhalb von 15 Minuten bis zur dreimaligen Einnahme je Tag kann die Häufigkeit nach der Notwendigkeit einer schnellen Wirkung angepasst werden. Sind Beschwerden akut, werden die Einzelgaben in kurzen Abständen wiederholt, sogar die Einnahme alle fünf Minuten ist für kurze Behandlungszeiträume möglich. Bei chronischen Beschwerden reicht eine dreimalige Gabe am Tag aus.

Die Arzneimittelauswahl

Der momentane Zustand des Patienten ist ausschlaggebend für die Wahl der geeigneten Bach-Blüten. Im Laufe der Behandlung verändert sich meist das seelisch-geistige Befinden, dann muss die Zusammensetzung der Behandlungslösung diesem veränderten Zustand angepasst werden. Häufig werden für eine Person mehrere Bach-Blüten-Essenzen geeignet sein. Man kann bis zu sieben verschiedene Essenzen in einer Behandlungslösung mischen. Dabei kommt in eine Basislösung (15% Ethanol in stillem Mineralwasser) ein Tropfen von jeder ausgewählten Essenz je 10 ml. Bei 20 ml wären das jeweils zwei Tropfen von bis zu sieben verschiedenen Bach-Blüten. Die Übersicht in Tabelle 2 soll ermöglichen, in möglichst kurzer Zeit die geeigneten Blüten-Essenzen zu finden. Alle 38 klassischen Bach-Blüten werden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Natürlich gibt es viel ausführlichere und detailliertere Be­schreibungen der Wirkungsrichtung einzelner Bach-Blüten, hier wird eine auf das Wesentlichste konzentrierte Beschreibung wiedergegeben.

Arzneimittel

Bachblüten-Stockbottles werden als Arzneimittel eingestuft und müssen nach geltendem Recht direkt aus England bezogen werden. Hierfür gelten die Bestimmungen nach § 73 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes zum Einzelimport von Arzneimitteln aus dem Ausland, die entsprechenden Lager- und Dokumentationspflichten sind in der Apotheke zu beachten. Die Herstellung von Bach-Blüten-Mischungen in der Apotheke ist damit nicht rechtskonform, da Bach-Blüten bisher auch nicht im Homöopathischen Arzneibuch aufgenommen sind. Damit sind sie keine definierten Fertigarzneimittel, was Mischungen erlauben würde. Der Status als Ausgangsstoff für Rezepturen scheitert an der Identitätsprüfung und einem gültigen Analysenzertifikat. Daher ist der Bezug über den Pharmazeutischen Großhandel und das Herstellen von Bach-Blüten-Mischungen bisher für Apotheken nicht offiziell erlaubt. Eine saubere Lösung wäre die Aufnahme ins Homöopathische Arzneibuch, damit wären diese bürokratischen Hürden beseitigt.

Herstellungsregeln für Bach-Blüten-Essenzen

Die Rohstoffe der Bach-Blüten-Essenzen werden immer noch vorwiegend an den von Bach verwendeten Standorten gesammelt und nach den von ihm beschriebenen Herstellungsverfahren produziert. Dabei unterscheidet man zwei Verfahren, die Sonnenmethode und die Kochmethode. Bei der Sonnenmethode werden die Blüten an einem sonnigen wolkenlosen Tag morgens gepflückt, dabei wird die direkte Berührung mit den bloßen Händen vermieden. So viele Blüten werden in eine Schüssel mit Quellwasser gegeben, bis die Oberfläche dicht bedeckt ist. Dann wird dieser Ansatz für etwa drei bis vier Stunden in die Sonne gestellt, bis die Blüten zu welken anfangen. Das so „imprägnierte“ Wasser wird nun in Flaschen gegossen, die mit Alkohol präpariert sind. Für Blüten von Bäumen und Sträuchern und für Pflanzen, die in der sonnenarmen Jahreszeit blühen, wird vorwiegend die Kochmethode zur Essenzherstellung angewendet. Blüten und Knospen werden hier eine halbe Stunde ausgekocht, der Sud mehrfach gefiltert und anschließend ebenfalls in Vorratsflaschen mit Alkohol gefüllt. Die so entstandenen Essenzen kommen als sogenannte Stockbottles auf den Markt. Die Original-Herstellerfirma ist die Firma Nelsons. Die durch die Sonnen- oder Kochmethode hergestellten Essenzen können unverdünnt eingenommen werden. Meist werden jedoch sogenannte Behandlungslösungen hergestellt, in die bis zu sieben verschiedene Bach-Blüten-Essenzen eingearbeitet werden. Die Behandlungslösung wird aus einer Basislösung (stilles Mineralwasser mit 15% V/V Ethanol) durch Hinzufügen der jeweiligen Bach-Blüten-Essenzen hergestellt. Je 10 ml Gesamtvolumen fügt man einen Tropfen der ausgewählten Bach-Blüten-Essenz zu.

Praktische Anwendungsbeispiele

Emma Flower ist eine Stammkundin und hat von der Bachblüten-Therapie gehört. Nun möchte sie von Ihnen eine Empfehlung für passende Essenzen. Sie kennen Frau Flower schon einige Zeit und wissen, dass sie sich von anderen Menschen oft ausnutzen lässt, nicht Nein sagen kann. Oft klagen ihr Familienmitglieder und Freunde ihr Leid, sie sagt mit einem müden Lächeln: „Ich bin der Seelenmülleimer meiner Umgebung“. Auch deshalb fühlt sie sich müde und erschöpft. Sie berichtet, dass sie besonders geistig ausgelaugt ist, sodass sie sich schlechter konzentrieren kann. In letzter Zeit wacht sie häufig morgens schon mit einer ängstlichen Grundstimmung auf. Wenn Sie sich schon eine Weile mit Bach-Blüten beschäftigt haben fallen sofort einige Aspekte auf:

  • Frau Flower ordnet sich aus Willensschwäche leicht unter und kann nicht nein sagen, dazu passt Centaury, Bach-Blüte Nr. 4.
  • Frau Flower hat mit einer ängstlichen Grundstimmung zu tun. Zwei Blütenessenzen bilden das Thema Ängste am besten ab: Mimulus und Aspen. Sind die ängstlichen Gedanken konkreter Natur und beschäftigen sich mit bestimmten Themen ist Mimulus die richtige Blüte, sind unerklärliche Ängste und eine große Sensibilität vorherrschend, passt Aspen besser.
  • Geistige Erschöpfung belastet die Kundin, die Hauptblüte dafür ist Hornbeam, Bach-Blüte Nr. 17.

Sie fragen Frau Flower, wovor sie sich fürchtet. Sie berichtet von einer eher unklaren ängstlichen Grundstimmung. Sie können nun die Bach-Blüten Centaury, Hornbeam und Aspen empfehlen. Frau Flower soll eine verdünnte Behandlungslösung mit diesen drei Blüten herstellen und über ein paar Wochen täglich dreimal zehn Tropfen einnehmen, in etwas Abstand zum Essen. Nach zwei, drei Wochen soll Frau Flower wieder vorbeikommen und berichten, wie es ihr geht. Gedanken, mit denen Frau Flower arbeiten könnte, sind: Ich bin voll Mut und vertraue dem Leben. Ich tue, was mir richtig und wichtig erscheint. Ich fühle mich frisch und beschäftige mich mit Dingen, die mir wichtig sind und Freude bereiten.

Ein zweites – tierisches – Beispiel: Hund Bello ist wie jedes Jahr nach der Silvester-Nacht etwas verstört. Die lauten Böller und Raketen haben ihm Angst gemacht, er hat von Beginn des Feuerwerks an gezittert, den Schwanz eingezogen und sich an Sie gedrängt. Das kennen Sie schon, es passiert jedes Jahr. Nun ist Bello allerdings auch in den nächsten Tagen auffällig ängstlich, er zuckt bei jedem lauten Geräusch zusammen und zittert, wenn Sie zum Beispiel an einer lauten Baustelle vorbei müssen. Hier fällt Ihnen das traumatische Erlebnis der Silvester-Nacht ein. Dafür ist Star of Bethlehem, Bach-Blüte Nr. 29, die geeignete Essenz. Für die konkrete Angst vor lauten Geräuschen kann man noch die Blüte Mimulus auswählen, Bach-Blüte Nr. 20. Von diesen beiden Essenzen werden je zehn Tropfen in den Hundenapf mit dem Trinkwasser getropft und Sie können beobachten, ob sich das Verhalten des Hundes wieder normalisiert. |

Literatur

Scheffer M (Hrsg). Blumen, die durch die Seele heilen: Ausgewählte Originalschriften, Edward Bach, Ullstein-Verlag 2004

Scheffer M. Die Original Bach-Blütentherapie: Das gesamte theoretische und praktische Bach-Blütenwissen. Irisiana-Verlag 2013

Eisele M, Spieth A. Bach-Blütentherapie: Beratung und Anwendung. Deutscher Apotheker Verlag 2008


Autor

Matthias Eisele Pharmaziestudium an der Universität Tübingen, 1994 Approbation als Apotheker, seit 1996 in öffentlichen Apotheken tätig, Fachapotheker für Offizinpharmazie, Heilpraktiker und Yoga-Lehrer BDY/EYU, Fachausbildung für Klassische Homöopathie, seit 2013 Inhaber der Schwarzwald-Apotheke in Herrenberg, seit 2001 Autor im Bereich Homöopathie und Bach-Blüten

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