Arzneimittel und Therapie

Anwendungsfehler vermeiden

Adrenalin-Autoinjektoren: Materialien zur richtigen Handhabung

jb | Spritzen sich Allergiker selbst mit einem Autoinjektor Adrenalin, landet das nicht immer im Muskel, wo es für eine schnelle Wirkung hingelangen muss, sondern häufig im Fettgewebe. Untersuchungen der EMA zufolge sind dafür meist Anwendungsfehler verantwortlich. Nur 22% der Anwender bedienen demzufolge den Injektor fehlerfrei. Daher wird Allergikern empfohlen, immer einen zweiten Pen dabeizuhaben, um gegebenenfalls eine zweite Dosis applizieren zu können. Die Behörden nehmen aber auch die Hersteller in die Pflicht.
Quelle: ALK www.livesafer.org

Informationen zum Jext®-Pen finden sich beispielsweise unter www.life-saver.org

Sie müssen nun Schulungsmaterialien (Übungsgeräte, audiovisuelle Materialien) entwickeln. Das soll sicherstellen, dass nicht nur medizinisches Fachpersonal, sondern auch Patienten oder deren Betreuungspersonen die Autoinjektoren richtig anwenden. Die Schulungsmaterialien sollen Bestandteil eines Risikomanagementplans sein, den die Hersteller der Injektoren innerhalb von sechs Monaten vorlegen müssen. Zahlreiche Materialien sind aber bereits verfügbar.

Fastjekt®. Unter www.anaphylaxie-experten.de/service/ findet sich ein Video, das die Anwendung des Adrenalin-Injektors erklärt, sowie weitere Informationen zum Thema Anaphylaxie. Über die Homepage des Herstellers Meda (www.medaconnects.de) kann man nach Doccheck-login und Registrierung Materialien wie Anwendungsflyer, eine Zeigekarte oder Broschüren bestellen. Ein Übungsinjektor mit Demo-Pen und wirkstofffreien Patronen ist ebenfalls erhältlich. Diese Materialien müssen allerdings über eine Hotline unter der Telefonnummer 0621/1275274 angefordert werden.

Jext®. Auf der Homepage des Herstellers www.alk-albello.com befindet sich im Apothekenbereich unter „Produkte“ eine ausführliche Anleitung mit Bildern für den Jext®-Autoinjektor. Weitaus ausführlichere Informationen stellt die Firma jedoch unter www.life-saver.org zur Verfügung. Dort findet man in der Rubrik „Training“ ein Video sowie eine ausführliche Anleitung zur Anwendung des Demo-Pens „Jext-Simulator“. Der kann über die Firma bezogen werden. Fachpublikum kann sich auf der Seite via Doccheck einloggen, Patienten mit der Chargennummer ihres Pens.

Emerade®. Über die englischsprachige Website www.emerade.com ist ein Schulungsvideo (enthält keinen gesprochenen Text) abrufbar, zudem kann man einen Demo-Pen („Trainer“) und Broschüren bestellen. Deutschsprachige Infomaterialien sind bei der Bausch+Lomb-Tochter, Dr. Gerhard Mann, erhältlich. Auf der Website findet sich aber kein Hinweis darauf.

You-Tube

Auf You-Tube gibt es Videos zu sämtlichen Devices. Es empfiehlt sich allerdings, zur „Qualitätskontrolle“ die Quelle zu überprüfen. Hersteller und Fachverbände sind hier als zuverlässig anzusehen, bei Videos, die von Privatpersonen eingestellt sind, sollte man eher Vorsicht walten lassen. |

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