Arzneimittel und Therapie

Nintedanib bei idio­pathischer Lungenfibrose

Die europäische Arzneimittel­behörde EMA hat Nintedanib (Ofev®) zur Behandlung aller Stadien der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) zugelassen. Der niedermolekulare Tyrosinkinase-Inhibitor hemmt unter anderem die Rezeptoren von drei Wachstumsfaktoren: den Vascular Endothelial Growth Factor Receptor (VEGFR), den Fibroblast Growth Factor Receptor (FGFR) sowie den Plateletderived Growth Factor Receptor (PDGFR). Dadurch werden Signalwege gehemmt, die an Pathomechanismen der idiopathischen Lungenfibrose beteiligt sind, so dass das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt wird. Seit November 2014 ist Nintedanib als Vargatef® in Kombination mit Docetaxel für Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem, metastasiertem oder lokal rezidiviertem nicht-kleinzelligem Lungen­karzinom mit Adenokarzinom-Histologie nach Erst-Linien-Chemotherapie zugelassen.

Apremilast gegen Psoriasis zugelassen

Celgene hat die Zulassung für den oral applizierbaren selektiven Phosphodiesterase-4 (PDE-4)-Inhibitor Apremilast (Otezla®) erhalten. Er ist für zwei Indikationen indiziert:

  • zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen, die auf eine andere systemische Therapie nicht angesprochen haben oder bei denen eine Kontraindikation oder Intoleranz gegenüber anderen systemischen Therapien wie Ciclosporin, Methotrexat oder Psoralen und UVA-Licht vorliegt
  • als Monotherapie oder in Kombination mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) zur Behandlung aktiver Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen, die auf eine frühere DMARD-Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben.

Secukinumab gegen Psoriasis zugelassen

Nachdem im November 2014 eine Zulassungsempfehlung ausgesprochen wurde, hat Novartis nun von der Europäischen Kommission die Zulassung für Secukinumab (Cosentyx®) erhalten. Der humane monoklonale Antikörper gegen Interleukin 17A kann zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis eingesetzt werden. Secukinumab wird parenteral in den ersten fünf Wochen wöchentlich appliziert, danach alle vier Wochen. Es kann sowohl bei therapie-naiven Patienten angewendet werden als auch bei Patienten, die Biologika vorbehandelt waren oder bei denen diese Medikamente versagt haben.

Neue Wirkstoffkombi gegen Hepatitis C

Drei direkt wirkende Virostatika haben die Zulassung zur Behandlung einer Hepatitis-C-­Infektion erhalten, wie Abbvie mitteilte. Die Fixkombination Viekirax® enthält den HCV-NS5A-Inhibitor Ombitasvir, den HCV-Proteasehemmer Paritaprevir und den Wirkverstärker Ritonavir. Die Fixkombi soll zusammen mit dem ebenfalls neuen Hemmstoff der viralen RNA-Polymerase NS5B Dasabuvir (Exviera®) eingesetzt werden. Damit kombiniert das HCV-­Therapieregime drei antiviral wirksame Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und sich nicht überlappenden Resistenzprofilen. Damit soll das Hepatitis-C-Virus in verschiedenen Phasen des viralen Lebenszyklus angegriffen werden. In den USA sind die neuen Wirkstoffe bereits seit Dezember 2014 als Viekira Pak™ erhältlich.

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