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Erstattungsbetrag für Olysio® steht

Keine Einigung auf Preis für Sovaldi – Schiedsstelle soll entscheiden

BERLIN (ks) | Das Pharmaunternehmen Janssen und der GKV-Spitzenverband haben sich bereits in ihrer ersten Verhandlungsrunde auf einen Erstattungsbetrag für den Proteaseinhibitor Olysio® (Simeprevir) geeinigt. Damit ist Olysio® das erste der neuen Hepatitis-C-Arzneimittel, für die ein Erstattungsbetrag steht. Anders die Situation bei Sovaldi® (Sofosbuvir): Hier lief die Frist für ein Verhandlungsergebnis am 17. Januar ergebnislos ab. Nun ist die Schiedsstelle am Zug.

Im vergangenen Jahr sind eine Reihe neuer Therapieoptionen für Patienten mit chronischer Hepatitis C auf den Markt gekommen – Präparate, die auch aus Sicht des Gemeinsamen Bundesausschusses echten Zusatznutzen bieten. Doch sie haben ihren Preis. Vor allem Sovaldi® war deshalb immer wieder im Gespräch – die Kassen forderten, der Erstattungsbetrag neuer Arzneimittel müsse rückwirkend ab Markteinführung gelten.

Nun steht also der erste Erstattungsbetrag – für Olysio®. Wie Janssen mitteilt, ist der verhandelte Preis für beide Vertragspartner ein Kompromiss. Er ist seit dem 15. Januar 2015 in der Lauertaxe abgebildet. Für die 4-Wochen-­Packung liegt der Apothekenverkaufspreis bei 9359,53 Euro. Zuvor kosteten 28 Hartkapseln 16.245,96 Euro.

Für die Kassen könnte es dennoch deutlich teurer kommen. Denn Olysio® wird als Teil einer Kombinationstherapie zur Behandlung der chronischen Hepatitis Genotyp 1 und 4 eingesetzt. Im Standardregime geschieht dies mit Peginterferon alfa und Ribavirin. Doch ebenso mit dem noch teureren Sofosbuvir. Janssen weist darauf hin, dass Patienten mit chronischer Hepatitis C vom Genotyp 1 oder 4 – selbst bei Vorliegen einer Zirrhose – mit einer Kombinationstherapie aus Olysio® und dem Polymeraseinhibitor Sofosbuvir innerhalb von zwölf Wochen Heilungschancen von über 90 Prozent hätten. Die Kombination aus Simeprevir und Sofosbuvir sei das kürzeste Therapie­regime für diese Patienten.

Nun darf man gespannt sein, welchen Preis die Kassen künftig für Sovaldi® zahlen müssen. Nachdem es letzte ­Woche zu keiner Einigung zwischen GKV-Spitzenverband und Hersteller Gilead kam, ist nun die Schiedsstelle gefragt. Sie hat drei Monate Zeit, einen Erstattungsbetrag festzusetzen, also bis zum 17. April. Beim GKV-Spitzenverband weist man jedoch darauf hin, dass eine Einigung auch im Schiedsverfahren noch möglich sei. „Wir halten den Gesprächsfaden fest“, heißt es von der Kassenseite. |

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