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Gesundheitsquintett: Voneinander lernen

Die Gesundheitsminister der deutschsprachigen Länder – Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein – haben sich Ende letzter Woche in Wien getroffen. In seiner Schlusserklärung betont das sogenannte „Gesundheitsquintett“, dass verstärkt Erfahrungen und Best-Practice-Modelle ausgetauscht werden sollen. Das gilt etwa für die Flüchtlingskrise, aber auch beim Kampf gegen die Masern und der Arzneimittel-Preisbildung. Mehr Zusammenarbeit soll es auch im Bereich der Antibiotikaresistenz-Prävention und Sepsisbekämpfung geben, ebenso bei der Unterstützung Demenzkranker.

Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Frank Michalak, kommissarischer Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbands und Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost, beklagt, dass sich die Koalitionsrunde nicht zu einer bundesweit einheitlichen Regelung für die Gesundheitskarte für Flüchtlinge durchringen konnte. Damit werde der bisherige „Flickenteppich“ leider weiter bestehen. Bisher haben Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen eine solche Gesundheitskarte beschlossen. Diese erhalten Flüchtlinge, die bereits einer Kommune zugewiesen sind. Berlin plant die Einführung im Laufe des vierten Quartals 2015. Brandenburg will im Frühjahr nachziehen. Die CDU/CSU lehnt eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge ab.

Früher Erstattungs­betrag für Harvoni®

GKV-Spitzenverband und der Pharmahersteller Gilead haben sich frühzeitig auf einen Erstattungsbetrag für das Hepatitis-C-Arzneimittel Harvoni® (Ledipasvir + Sofosbuvir) geeinigt. Der neue Apothekenverkaufspreis inklusive Mehrwertsteuer für das Kombinationsarzneimittel liegt laut Gilead zehn Prozent unter dem alten von 22.260,88 Euro (Monats­packung). Der Preis gilt bereits seit 1. September und damit drei Monate eher als eigentlich nach dem Gesetz nötig. Er wird aber erst zum 1. Oktober in der Lauer-Taxe veröffentlicht. Bis dahin können laut Gilead alle Vorgänge zu den aktuell veröffentlichten Preisen durchgeführt werden. Eine Rückbelastung der Apotheken finde nicht statt, abgerechnet werde direkt mit den Krankenkassen.

Importgenehmigung für Skabies-Arznei

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat für oral applizierbare Arzneimittel zur Behandlung der Skabies eine Ausnahmegenehmigung für den Import erteilt: Nach einem Ausbruch von Infektionen durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei var. hominis in Hamburger Erstaufnahmeeinrichtungen bestehe eine gesundheitliche Notlage, heißt es in der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bekanntmachung. Abhilfe schaffen will die Regierung nun mit einer Ausnahmeermächtigung für den Einzelfall in Krisenzeiten.

VAD startet Kampagne pro Importe

Der Verband der Arzneimittel-Importeure Deutschlands (VAD) hat unter dem Motto „Genauso. Nur günstiger“ eine Kampagne gestartet, die Politik und Öffentlichkeit von den Vorzügen der importierten Arzneien überzeugen soll. In Zeiten sinkender Kassen-Reserven und steigender Ausgaben für patentgeschützte Arzneimittel seien Import-Arzneimittel ein bewährtes Instrument, Qualität und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen sicherzustellen, erklärt der VAD. Kernelement der Kampagne sind drei Bildmotive, die im September bis zum 5. Oktober auf Plakatflächen in Berlin zu sehen sind. Zuletzt war die gesetzliche Importförderung wiederholt in die Kritik geraten.

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