Prisma

20E macht Fiebermücken unfruchtbar

Chance für Ausrottung der Malaria

cae | Männliche Fiebermücken übertragen bei der Kopulation das Hormon 20E, das weitere Kopulationen des Weibchens verhindert. Hier könnte ein Ansatz zur biologischen Bekämpfung der Malaria liegen.

Für das Weibchen der Fiebermücke Anopheles gambiae bleibt die erste Kopulation auch die einzige, denn es widersetzt sich allen weiteren Kopulationsversuchen. Stattdessen verwahrt es die bei seiner einzigen Kopulation erhaltenen Spermien in einer Samen­tasche oder Spermathek und verwendet sie fortlaufend zur Befruchtung seiner Eier, denn das Eierlegen ist nun sein Haupt­lebensinhalt. Nun wurde dargelegt, dass das Steroidhormon ­Ecdysteron oder 20-Hydroxyecdyson (20E) für die sexuelle Abstinenz des Mückenweibchens verantwortlich ist, die man in dieser Art von anderen Insekten nicht kennt. 20E spielt eine zentrale Rolle bei der Metamorphose der Insekten und wird deshalb auch Häutungshormon genannt. Dass es auch das Sexualverhalten bestimmt, war bisher unbekannt.

Bei der Kopulation verabreichen die Mückenmännchen dem Weibchen mit den Spermien auch eine Dosis 20E, die das ganze weitere Leben des Weibchens mitbestimmt. 20E reguliert u. a.die Expression verschiedener Gene, die für die Muskulatur zuständig sind, und sorgt dafür, dass sich der Sexualtrakt zusammenzieht, sodass weitere Kopulationen nicht mehr möglich sind. Wenn man beim Mückenmännchen die Biosynthese von 20E verhindert, tritt dieser Effekt nicht ein. Andererseits tritt der Effekt bei jungfräulichen ­Mücken ein, denen auf anderem Wege 20E verabreicht wurde. Hier liegt vielleicht eine Chance, die Vermehrung der Fiebermücke gezielt zu verhindern und sie schließlich auszurotten. Eine lohnende Aufgabe, denn an Malaria sterben jährlich etwa 600.000 Menschen. |

Quelle: Gabrieli P, et al. Sexual transfer of the steroid hormone 20E induces the postmating switch in Anopheles gambiae. Proc Natl Acad Sci 2014;111(46):16353-16358

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