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Treffpunkt Apothekerhaus Hamburg

HAMBURG (tmb) | Am 25. Juni luden die Hamburger Apothekerorganisationen wieder Vertreter der Politik, der Medien und befreundeter Organisationen zum traditionellen Gartenfest „Treffpunkt Apothekerhaus“ ein. Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg, machte das Perspektivpapier bei den Gästen bekannt und animierte die Apotheker zur Umsetzung. Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins, warf dagegen einen kritischen Blick auf den geplanten Hausbau der ABDA in Berlin.

Für Siemsen ist das Perspektivpapier „gut gelungen“. Es müsse nun auf allen Ebenen und „in jeder Apotheke“ umgesetzt werden. Die Heilberufe müssten sich zum Wohl der Patienten stärker vernetzen. Diese Kooperation müsse an der Basis gelebt werden. ­Dazu gehörten gegenseitiger Respekt, Partnerschaft und Kommunikation auf Augenhöhe. Was heute in den ­Modellen ­ARMIN und ATHINA stattfinde, müsse Regelwerk für ganz Deutschland werden, forderte Siemsen. Für das Handeln zwischen den Heilberufen habe er keine Bedenken, aber bei „anderen sogenannten Marktpartnern“ sehe er noch erheblichen Nachholbedarf im partnerschaftlichen Verhalten, mahnte Siemsen.

Außerdem warb Siemsen dafür, die ­Rezepturpreise und den Festzuschlag zu erhöhen. Auch wenn die Rezeptur einen Allgemeinwohlanteil habe, sei es weit überzogen, wenn Apotheker für eine Stunde Arbeit 2,50 Euro bekommen, insbesondere angesichts des Mindestlohns. Zum Festzuschlag argumentierte Siemsen: „Gut ausgebildete Mitarbeiter bekommt man auch nicht für einen Sklavenlohn.“ Jahrzehntelang hätten die Apotheken ihre Produktivität ausgebaut, aber das Ende des Möglichen sei erreicht. Daher forderte Siemsen die Politiker auf, „die Geiz-ist-geil-Politik“ sofort einzustellen. „Wer immer mehr Leistung bestellt, muss dafür auch das Geld mitbringen, um diese zu bezahlen“, so Siemsen.

Foto: tmb

Die beiden Gastgeber beim Treffpunkt Apothekerhaus in der Rabenstraße (v. l.): Dr. Jörn Graue und Kai-Peter Siemsen.

Unendliche Geschichte vom ­ABDA-Haus

Graue ordnete den geplanten Hausbau der ABDA in eine lange Kette von Umzügen der ABDA ein, beginnend mit dem Gebäude am Frankfurter Beet­hovenplatz – für Graue „ein schönes repräsentatives Haus in bester Lage“. Doch die ABDA zog nach Eschborn in ein Haus, das modernem Anspruch genügen sollte. Bald habe sich aber herausgestellt, dass die Räume doch nicht so geeignet waren. Dann wollte man in Berlin dabei sein, „koste es, was es wolle“. Das Palais in der Jägerstraße sei gerade gut genug gewesen, um dem präsidialen Anspruch zu genügen. Doch bald habe sich herausgestellt, dass „alles zu eng, nicht zweckmäßig, ergonomisch einfach unbrauchbar, und es mit der Nähe zur Politik dann doch nicht so weit her war“, so Graue. „Das Ganze von vorn. Das ehrwürdige Palais wurde teurer und teurer“, folgerte Graue und merkte dazu an: „Die ‚Erfolgsgeschichte‘ – ein Spiegelbild des berufspolitischen Geschehens – geht jetzt in die nächste Kurve. Schnell noch die nicht umgesetzten ABDA-­Thesen als Perspektivpapier auf den unendlichen Weg gebracht.“

Das neue ABDA-Haus soll nun zweckmäßig werden? „Alles schon mal gehört“, meinte Graue und verwies als Gegenentwurf auf das Apothekerhaus in Hamburg. „Hier im Hause herrscht Solidität und Bodenständigkeit seit 80 Jahren in der Rabenstraße treu dem aristotelischen Prinzip Einheit des ­Ortes, der Handlung und der Zeit“, so Graue. |

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