Arzneimittel und Therapie

Dabigatran-Antidot in klinischer Prüfung

Der Wirkstoff Idarucizumab soll die antikoagulatorische Wirkung von Dabigatran (Pradaxa®) sofort, vollständig und anhaltend aufheben. Das humanisierte Antikörperfragment befindet sich derzeit in klinischer Prüfung. Die Phase-III-Studie RE-VERSE AD (Study of Reversal Effects of Idarucizumab in Patients on Active Dabigatran) ist im April gestartet. Die neuen oralen Antikoagulanzien werden derzeit von vielen Ärzten noch zurückhaltend eingesetzt, da noch kein spezifisches Antidot erhältlich ist.

Lenvatinib zugelassen

Die Europäische Kommission hat Lenvatinib (Lenvima®) zur Behandlung des fortgeschrittenen, radiojod-refraktären Schilddrüsenkarzinoms zugelassen. Lenvatinib ist eine oral applizierte, dreifach spezifisch zielgerichtete Therapie. Die Substanz inhibiert gleichzeitig die Aktivität mehrerer unterschiedlicher Rezeptoren, darunter Rezeptoren für den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGFR), Rezeptoren für den Fibroblastenwachstumsfaktor (FGFR) sowie Rezeptoren für den thrombozytären Wachstumsfaktor (PDGFR). Somit ist Lenvatinib der möglicherweise erste Tyrosinkinase-Inhibitor, der gleichzeitig ­Rezeptoren des Fibroblastenwachstumsfaktors 1 bis 4 und Rezeptoren des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors 1 bis 3 inhibiert.

Tresiba®: Auch bei Kindern kein Zusatznutzen

Für Insulin degludec (Tresiba®) gibt es aus Sicht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auch keinen Zusatznutzen für Kinder und Jugendliche. Im August 2014 konnte das IQWiG für das Basalinsulin schon keinen Zusatznutzen in der Bewertung für Erwachsene feststellen, weil der Hersteller Novo Nordisk ein unvollständiges Dossier vorgelegt hatte. Insulin degludec ist seit Januar 2015 für Jugendliche und Kinder ab einem Jahr mit Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 zugelassen.

Olaparib jetzt erhältlich

Seit 1. Juni 2015 ist Lynparza (Olaparib) in Deutschland erhältlich. Die Substanz ist zugelassen zur Monotherapie bei Platin-sensitivem Rezidiv eines BRCA-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch) high grade serösen epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder primären Peritonealkarzinoms. Die Wirkung basiert auf einer Inhibition der Poly-ADP-Ribose-Polymerase, die für die Reparatur von geschädigter DNA zuständig ist. Normalerweise können DNA-Schäden durch einen anderen Mechanismus repariert werden. Bei Zellen mit mutierten BRCA-Genen funktioniert das aber nicht mehr. Wird bei diesen Zellen zusätzlich PARP gehemmt, sterben sie ab.

Update der Grippe­impfstoff-Empfehlung

Die europäische Arzneimittelagentur hat ihre Empfehlung für die Influenza-Vakzine 2015/2016 aktualisiert. Diese enthält jetzt auch einen ­Beschluss bezüglich des Virusstammes A/California/7/2009-ähnlich. Dieser war bei Bekanntgabe der ersten Empfehlung Ende März 2015 aufgrund unzureichender Daten vertagt worden. Außerdem sind die Stämme A/Switzerland/ 9715293/2013 (H3N2)-ähnlich und B/Phuket/3073/2013-ähnlich enthalten. Für tetravalente Impfstoffe wird zusätzlich eine Variante von B/Brisbane/ 60/2008 empfohlen.

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