Aus den Ländern

Philosophen, Clowns und Ökonomen

5. Westfälisch-lippischer Apothekertag in Münster mit Rekord-Teilnehmerzahlen

MÜNSTER (jb) | Vergangenes Wochenende fand in Münster der 5. Westfälisch-lippische Apothekertag (WLAT) statt. Bereits am Samstag fanden sich rekordverdächtige 1100 Fortbildungswillige in der Münsterlandhalle ein, am Samstag konnte diese Zahl dann mit 1400 Teilnehmern noch einmal übertroffen werden. Damit ist der WLAT der besucherstärkste regionale Apothekertag in der Bundesrepublik.
Foto: Münsterview

Prof. Dr. Hartmut Derendorf erhält von Kammerpräsidentin Gabriele Regina Ovewiening die Verdienst­medaille der AKWL.

Die Organisatoren der WLAT, der alle zwei Jahre stattfindet, hatten einiges auf die Beine gestellt. Gemäß dem Motto „Näher am Patienten“ drehte sich das Vortragsprogramm um Beratung, Betreuung und Begleitung von Patienten in der Apotheke. So vertrat beispielsweise Professor Gerd Glaeske die These, „evidenzbasierte Entscheidungsfindung in der Apotheke sei sportlich, aber machbar.“

Neben den pharmazeutischen Fachvorträgen setzten Keynote-Redner zusätzliche Akzente. Der Publizist und Philosophie-Professor Richard David Precht referierte über die „Kunst, kein Egoist zu sein“. Ökonom Professor Andreas Kaapke nahm in seinem Vortrag „ABDA – die Kunst, (k)eine erfolgreiche Interessenvertretung zu sein“ den Bundesverband der Apothekerschaft unter die Lupe und verordnete ihm eine Strukturreform sowie Nachhilfe in Verhandlungstaktik.

In den Pausen hatten die Besucher ­zudem die Möglichkeit, sich auf der Fachmesse mit 60 Ausstellern über Produkte und Dienstleistungen für die Apotheke zu informieren.

Neben Fortbildungspunkten wurden in Münster auch fleißig Spenden gesammelt. Bei der Abendveranstaltung im GOP-Varieté-Theater, bei der Showacts aus dem aktuellen Programm „Die Clowns-Company“ gezeigt wurden, kamen für das Hilfsprojekt von Apothekerkammer und Kindernothilfe „Eine Dosis Zukunft“ 23.485 Euro zusammen.

Verdienstmedaille der AKWL

Bereits zum 22. Mal wurde die Verdienstmedaille der Apothekerkammer Westfalen-Lippe verliehen. Und zwar an einen Westfalen, der, obwohl er seinen Lebensmittelpunkt nicht mehr in Deutschland hat, was laut Kammerpräsidentin und Laudatorin Gabriele Regina Overwienig für einen Westfalen sehr ungewöhnlich sei, sich immer noch sehr für die deutsche Apothekerschaft interessiert. Die Rede ist von Professor Hartmut Derendorf, der an der University of Florida/USA lehrt, aber seine akademischen Wurzeln in Münster hat und sich seit Jahren für die Weiterentwicklung der klinischen Pharmazie in Deutschland engagiert. Er habe ­bereits vor Jahren, so Overwiening, darauf hingewiesen, dass der Berufsstand sich Gedanken machen müsse, wozu er gebraucht wird. Dass man heute versuche, „näher am Patienten“ zu sein, sei mit sein Verdienst.

Auch zahlreiche Vertreter anderer Kammern und Verbände hatten den Weg nach Münster gefunden, darunter ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, der Geschäftsführer der ABDA für den Bereich Recht, Lutz Tisch, der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbandes Dr. Hans-Peter Hubmann sowie der Präsident der Apothekerkammer Hamburg Kai-Peter Siemsen. Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening freute sich über den überwältigenden ­Zuspruch angesichts der höchsten Teilnehmerzahl in der Geschichte der Apothekertage in Münster; hiermit werde deutlich, wie sehr die Apothekerschaft in Westfalen-Lippe an der fachlichen Fortbildung interessiert sei. |

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