DAZ aktuell

Apotheker gehören mit ins Boot

Ingrid Fischbach spricht sich für ihre Einbindung ins Präventionsgesetz aus

MÜNSTER (jb) | Das Thema „Pille danach“ ist derzeit omnipräsent. Auch auf dem Westfälisch-lippischen Apothekertag, der am vergangenen Wochenende in Münster stattgefunden hat, kam die Rede auf die „Pille danach“. Bei den politischen Grußworten waren sich alle drei Rednerinnen – Kammerpräsidentin ­Gabriele Regina Overwiening sowie die Staatssekretärinnen Ingrid Fischbach (Bundesgesundheitsministerium) und Martina Hoffmann-Badache (nordrhein-westfälisches Gesundheitsministerium) – einig: Apotheker können die notwendige Beratung leisten und hier Verantwortung übernehmen.

Overwiening verwies in diesem Zusammenhang auf das deutlich höhere Risiko vieler anderer OTCs, gar nicht erst zu sprechen von dem Risiko einer Schwangerschaft. Die Hormonbelastung durch eine Schwangerschaft sei ungleich höher als die bei der „Pille danach“. Führe man dies als Argument für eine Verschreibungspflicht ins Feld, müssten auch Schwangerschaften der Verschreibungspflicht unterstellt werden, so Overwiening. Die Apotheker würden in der Beratung zur „Pille danach“ Verantwortung übernehmen. Einige sähen das zwar als neue Herausforderung, es sei aber eine Selbstverständlichkeit. Die Kammerpräsidentin freute sich vor allem über die große Anzahl an jungen Apothekern, PTAs, PKAs und PhiPs, die den Weg nach Münster gefunden hatten. Denn die Aufmerksamkeit genau dieser Zielgruppe habe man erregen wollen. Sie seien die pharmazeutische und apothekerliche Zukunft. Daher habe sich die Kammer für die nächsten Jahre auch das Motto Nachwuchsförderung auf die Fahnen geschrieben.

Formale Fehler rechtfertigen keinen Nullretax

Staatssekretärin Ingrid Fischbach (CDU) betonte die wichtige Rolle der Apotheker im Gesundheitssystem. Man müsse zwar Antworten auf ­Veränderungen in der Gesellschaft finden – das hieße aber nicht, Dinge zu verändern, die gut laufen, wie etwa die inhabergeführte Apotheke. Fischbach sprach außerdem zahlreiche Punkte an, die die Apotheker in der Vergangenheit bewegt haben. So sollten in ihren Augen Apotheker ins Präventionsgesetz eingebunden werden. Sie habe zwar an einigen Stellen Bedenken, zum Beispiel wie jemand, der entsprechende Produkte im Regal stehen habe, zum Thema Ernährung beraten werde. Aber das werde man hinbekommen. Eindeutig äußerte sich Fischbach zum Thema Nullretax. Dies sei bei formalen Fehlern unverhältnismäßig und gehöre abgeschafft. Mit Rücksicht auf den Wunsch der Selbstverwaltung, das Thema selbst zu regeln, werde man vorerst seitens des BMG nicht eingreifen. Aber man werde die Sache im Blick behalten und gegebenenfalls aktiv werden. Auch die Importklausel soll Fischbach zufolge ein Ende finden. Hinsichtlich der Honorarforderungen der Apotheker versprach Fischbach, dass zu diesem Thema sicher noch das ­eine oder andere Gespräch mit dem Bundeswirtschaftsministerium ­stattfinden werde.

Arzneimittel dürfen nicht zur reinen Handelsware werden

Auch Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache, die in Vertretung ihrer Chefin, der grünen NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, gekommen war, bekannte sich klar zur inhabergeführten Apotheke. Die Arzneimittelversorgung sei in der inhabergegührten Apotheke in guten Händen. Ziel sei die flächendeckende Versorgung und eine Beratung, die ihren Namen wirklich verdiene. Versandhandel, Pick-up-Stellen und Kettenapotheken seien daher keine Alternative zum bestehenden System. Arzneimittel dürften niemals reine Handelsware werden, so Hoffmann-Badache. |

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