Aus der Hochschule

Abschlussfeier in Frankfurt

Pater Winfried vom Kloster Admont hielt die Festrede

In guter Tradition verabschiedete der Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie der Goethe-Universität Frankfurt/Main am 13. Februar in einer akademischen Feier 41 Absolventen, die zu Beginn dieses Wintersemesters ihr zweites pharmazeutisches Staatsexamen bestanden hatten.

In seiner Begrüßung erläuterte der ­Dekan des Fachbereichs, Prof. Michael Karas, den Anwesenden die großen Erfolge, die dieser Fachbereich in den vergangenen Jahren sowohl in der Forschung als auch in der Lehre verbuchen konnte. Trotz staatlicherseits immer knapper zur Verfügung gestellter Mittel konnte die Frankfurter Pharmazie erreichen, dass diese Mittelverknappung für die Studierenden nicht spürbar wird.

Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Übergabe der Abschlusszeugnisse. Der Promotor der diesjährigen Feierstunde, Prof. Jochen Klein, zeigte sich in seiner kurzen Ansprache beeindruckt von der Leistung der Studierenden, die mit dem Bestehen des zweiten Staatsexamens ihre akademische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Er bescheinigte den Absolventen beste Berufsaussichten und forderte sie auf, dieses Potenzial auch optimal zu nutzen.

Den Festvortrag hielt Pater Winfried Schwab, Subprior und Kulturbeauftragter des Benediktinerstiftes Admont in der Steiermark, der auch ein großer Freund der Frankfurter Pharmazieschule ist. Pater Winfried führt regelmäßig die Studierenden des vierten Fachsemesters im Rahmen der Frankfurter Sommer- und Winter­schulen durch die ­beeindruckende Klosterbibliothek des Stiftes Admont. Für dieses bemerkenswerte Engagement über mehr als 15 Jahre hatten die Alumni und Freunde der pharmazeutischen Institute der Goethe-Universität Frankfurt erst kürzlich Pater Winfried ihre höchste Auszeichnung verliehen. Zudem hatten sich die Absolventen ausdrücklich ­Pater Winfried als Festredner für ihre akademische Feier gewünscht.

Verantwortung übernehmen und sich engagieren

In seinem Festvortrag über „Verantwortung – eine vergessene Tugend“ erinnerte Pater Winfried daran, dass zunächst die Familien Verantwortung für die jetzigen Absolventen übernommen und ihnen den Weg in ein privilegiertes Leben geebnet hatten. Später waren es dann u. a. die Professoren, die sie akademisch auf die Zukunft vorbereitet und ihnen auch das besondere Erlebnis einer Sommer- bzw. einer Winterschule geboten hatten. Nun sei aber der Punkt erreicht, wo es heißt, selbst Verantwortung zu übernehmen – für sich selber ebenso wie für die Gesellschaft! Das absolvierte Pharmaziestudium befähige sie, dieser Verpflichtung nachzukommen und Verantwortung in vielerlei Hinsicht zu übernehmen: in einem Forscherteam eventuell bei der Entwicklung eines lebensrettenden Medikaments oder aber in der Familie durch die Weitergabe des ­Lebens – fern von Studium und Beruf. Entscheidend sei nicht das konkrete Engagement, sondern die Bereitschaft zum Engagement selbst, je nach den sich bietenden Möglichkeiten.

Pater Winfried rief die Absolventen auf, optimistisch und enthusiastisch ihren neuen Lebensabschnitt anzutreten, ins Leben hinauszugehen und dabei „Bäume auszureißen“ und „die Welt aus den Angeln zu heben“. Die ­Befähigung dazu hätten sie nun. Und es gelte, diese zu nutzen. Mit lang ­anhaltendem Applaus bedankten sich die Anwesenden bei dem Festredner für die sehr persönlich gehaltene, er­mutigende Ansprache.

Für alle Absolventen sprach cand. pharm. Fabian Jung die Dankesworte und ließ noch einmal das Studium für seine Kommilitonen aber auch für die mitfeiernden Angehörigen Revue ­passieren. Wie immer schloss die ­Feierstunde mit dem Lied „Gaudeamus igitur“ und einem Umtrunk in lockerer Atmosphäre. |

Prof. Theo Dingermann Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz