DAZ aktuell

Kein Lieferproblem bei Masern-Impfstoff

Impfstoffhersteller sehen keinen dramatischen Anstieg der Nachfrage

BERLIN (lk) | Trotz regional vor allem in Berlin vermehrt auftretender Fälle von Masernerkrankungen gibt es keine Versorgungsprobleme mit Masern-Impfstoff. Nach Angaben von Herstellern und Großhändlern sind die Lagervorräte ausreichend und die Lieferfähigkeit „vollumfänglich“ gesichert. Es könne allenfalls zu kurzfristigen zeitlichen Verzögerungen kommen, bis der Impfstoff die Apotheken erreiche.

Auch nach Angaben des Berliner Apothekervereins gibt es bei der Impfstoffversorgung kein Problem. Es gebe mehr Anfragen von Medien als von Apotheken, heißt es dort. Nachfragen von Apotheken richteten sich im Wesentlichen auf in Berlin von der Schutzimpfungsrichtlinie abweichende Empfehlungen des Berliner Senats zur Masern-Impfung.

Laut Impfstoffhersteller GlaxoSmithKline (GSK) ist von einem in den Medien berichteten „dramatischen“ ­Anstieg der Nachfrage nach Masern-Impfstoff nichts zu spüren. Die Lager seien gut gefüllt, so eine GSK-Sprecherin. Sanofi Pasteur MSD vermeldet hingegen „eine verstärkte Nachfrage“. Allerdings: „SPMSD kann trotz des erhöhten Bedarfs den Markt ausreichend beliefern und die Versorgung sicherstellen“, so eine Sprecherin.

Der Großhändler Noweda registrierte nur einen leichten Anstieg der Nachfrage vor allem aus den ostdeutschen Bundesländern. Noweda sei „vollumfänglich“ lieferfähig. Keinen ungewöhnlichen Nachfragesprung gibt es auch beim Großhändler AEP. „Seit Anfang des Jahres 2015 ist bei der Phoenix group die Nachfrage nach Masern-Impfstoffen nicht signifikant angestiegen“, heißt es gleichlautend beim Mannheimer Großhandels-Marktführer.

Foto: pit24 – Fotolia.com

Impfstoff wäre vorhanden Wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, liegt das nicht am Impfstoffmangel.

Laut Alliance Healthcare ist im Februar deutschlandweit nur ein geringer Anstieg in der Bestellung durch die Apotheken festzustellen, um rund zehn Prozent gegenüber Januar 2015. Allerdings: „In Berlin jedoch ist die Nachfrage nach Masern-Impfstoffen dramatisch gestiegen, teilweise um bis zu 250 Prozent, so dass wir sogar kurzfristig ausverkauft waren. Aufgrund unserer 25 Niederlassungen in ganz Deutschland mit internen Zulieferprozessen und dank der intensiven Zusammenarbeit mit den Herstellern sind wir jedoch innerhalb weniger Stunden wieder lieferfähig“, erklärte eine Sprecherin. Gehe verzeichnete einen „deutlichen Nachfrageanstieg nach Masern-Impfstoffen, vor allem in den Regionen Nord und Ost“. Es gebe bisher aber keine Lieferengpässe. Auch Sanacorp registrierte eine verstärke Nachfrage nach Masern-Impfstoff.

Derzeit sind in laut Lauer-Taxe in Deutschland (Stand: 1. März 2015) vier Masern-Impfstoffe auf dem Markt. Die Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfstoffe MMR-Vaxpro® (Sanofi Pasteur) und Priorix® Masern Mumps Röteln (GlaxoSmithKline) ­sowie ein Masern-Mumps-Röteln-­Varizellen-Vierfachimpfstoff, Priorix® Tetra (GlaxoSmithKline). Der Masern-Monoimpfstoff, Masern-Impfstoff Merieux, der ebenfalls von Sanofi Pasteur stammt, ist nur noch als Import ­(Eurim-Pharma) gelistet. |

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