Arzneimittel und Therapie

Kampf gegen Ebola

Favipiravir wirkt nur bei geringer Viruslast

ck | Das experimentelle Virostatikum Favipiravir, das die virale RNA-Polymerase hemmt, scheint nur im Frühstadium der Ebola-Infektion zu wirken. Das ist das Ergebnis einer Feldstudie im westafrikanischen Guinea.

In der Phase-II-Studie wurde hochdosiert Favipiravir an 69 mit Ebola infizierten Patienten getestet. Primärer Endpunkt war die Mortalität. 42% der Probanden hatten bereits eine sehr hohe Viruslast. 81% von ihnen erlitten ein refraktäres Nierenversagen, die Sterberate lag bei 93%. Bei 58% der Probanden war die Viruslast zu Therapiebeginn noch nicht so stark erhöht. Von ihnen entwickelten 42% ein Nieren­versagen, aber nur 15% starben.

Offensichtlich wirkt Favipiravir nur, wenn Patienten unmittelbar beim Auftreten erster Symptome behandelt werden. Bei Erkrankten, die eine sehr hohe Viruslast aufweisen, scheint Favipiravir nicht zu wirken. Zu den aktuellen Zahlen meldet die WHO in der Kalenderwoche 12 insgesamt 99 neue Ebola-Fälle, 35 in Guinea und 63 in Sierra Leone. Bisher haben sich 23.729 Personen infiziert, 9604 Personen sind verstorben. |

Quelle

Preliminary results of the JIKI clinical trial to test the efficacy of favipiravir in reducing mortality in individuals infected by Ebola virus in Guinea, CROI, Abstract 103-ALB

Das könnte Sie auch interessieren

Fallbericht mit dem RNA-Polymerase-Inhibitor erregt Aufsehen

Favipiravir könnte nach Ebola-Exposition schützen

Virustatikum Favipiravir als Therapeutikum im Gespräch

Grippemittel gegen Ebola

„Internationaler Gesundheitsnotfall“ auch in Europa?

Notstand Ebola

Individueller Heilversuch wäre in Deutschland möglich

Favipiravir gegen COVID-19?

Studie in Guinea zeigt Erfolge mit rVSV-ZEBOV

Ebola-Impfstoff vor dem Durchbruch!

Überlebende sind länger infektiös als gedacht – Breitspektrum-Virostatikum in Sicht

Ebola - was bleibt?

Einsatz bei neuem Ausbruch

Experimenteller Ebola-Impfstoff

Empfehlungen des RKI

Was tun bei Ebola-Verdacht?

Extrem ansteckend und keine Impfung oder Therapie in Sicht

Bedrohung durch Ebola?

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.