Gesundheitspolitik

GSK will nicht beeinflussen

Medizinische Fortbildung soll klar unabhängig sein

BERLIN (ks) | GlaxoSmithKline (GSK) will seine Zusammenarbeit mit Ärzten auf neue Füße stellen: Zwar will das Unternehmen weiterhin in Fortbildungen für Mediziner investieren – aber es wird Ärzte nicht mehr für Vorträge bezahlen.

Sir Andrew Witty, GSK-Vorstandsvorsitzender, hatte Ende 2013 angekündigt, die Zusammenarbeit mit Medizinern zu verändern – im Sinne der Patienten und der Transparenz. Nach wie vor sieht es GSK zwar als seine Aufgabe, neben Arzneimitteln auch die dazugehörigen Informationen zu liefern. Aber ab 2016 sind die Rahmenbedingungen für die medizinische Fortbildung neu – und zwar weltweit. Das Fortbildungsmodell sieht vor, dass GSK keine Honorare mehr für Vorträge von externen Referenten über GSK-Indikationen oder -Produkte zahlt, wenn diese Einfluss auf Verschreibungen nehmen können. Ebenso wenig werden Reise- oder Übernachtungskosten übernommen. Und was hier gespart wird, investiert der GSK an anderer Stelle: Künftig sollen Fortbildungen unabhängiger Anbieter – etwa von Ärztekammern und Fachgesellschaften – unterstützt werden. Geschehen soll dies im Wege des Multi-Sponsorings, also nicht als alleiniger Geldgeber, sondern in Kooperation mit anderen Sponsoren. Darüber hinaus soll es für Ärzte neue – digitale – Formate zur Fortbildung geben. Und: Das Unternehmen will in Zukunft vermehrt Veranstaltungen anbieten, in denen eigene Mitarbeiter als Referenten auftreten.

Torsten Strohmeyer, Leiter Forschung & Medizin bei GSK Deutschland, betonte, dass GSK zwar auch bei seinen bisherigen Fortbildungen ein gutes Gewissen hat; schon jetzt sei die Zusammenarbeit streng geregelt. Dennoch stünden Arzneimittelhersteller immer wieder öffentlich in der Kritik, sie würden unlauter Einfluss auf Ärzte nehmen. Das habe GSK zu der Weiterentwicklung veranlasst.

In einigen Bereichen wird das Geld aber weiterhin fließen – auch an Fachleute. Und zwar in der klinischen Forschung, der Beratung und der Marktforschung. |

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