Gesundheitspolitik

Laumann macht den Windeltest

Patientenbeauftragter geht Beschwerden zu aufzahlungsfreien Inko-Artikeln nach

BERLIN (ks) | Immer wieder beklagten sich Betroffene bei ­Karl-Josef Laumann (CDU), Patientenbeauftragter der Bundesregierung, über die schlechte Qualität aufzahlungsfreier Inkontinenzhosen. Nun will der Politiker die Billig-Windeln der Kassen von einem unabhängigen Institut prüfen lassen.

Laumann, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, ist in seiner Funktion als Patientenbeauftragter auch Anlaufstelle für Patienten, die Probleme mit Kosten­trägern, Leistungserbringern oder Behörden haben. In letzter Zeit gingen bei ihm auffällig viele Beschwerden ein, bei denen es um die Qualität einzelner Inkontinenzhosen ging, die von bestimmten Krankenkassen ohne Aufzahlung gewährt werden.

Diesen Hinweisen wollte Laumann nachgehen. Seine Idee: Ein unabhängiges Prüfinstitut soll die Qualität dieser Produkte testen. Da sie nicht frei im Handel erhältlich sind, fordert er bereits seit Ende August die Versicherten selbst auf, ihm Originale der Hosen einzusenden. Dies geschieht über Verbände, die sich ihrerseits um Patientenbelange kümmern. Sie schrieben für Laumann Versicherte der DAK, der Barmer GEK, der KKH und AOK Hessen an und baten um eine „Originalpackung Ihrer Inkontinenzhosen, die Sie ohne Aufzahlung vom Hilfsmittellieferanten Ihrer Krankenkasse erhalten haben“.

20 Euro für Originalpackung mit zehn Hosen

Um eine Vergleichbarkeit der ­Produkte zu ermöglichen, sollen die Inkontinenzhosen eine mittlere Größe und eine mittlere oder hohe Inkontinenzstufe (2 oder 3) haben. Zudem soll es eine Originalpackung mit mindestens zehn Hosen sein. Laumann bietet im Gegenzug eine Aufwands­entschädigung in Höhe von 20 Euro sowie die Ergebnisse der Studie an.

Wer den Patientenbeauftragten unterstützen will, soll seine Pflegekraft ansprechen, damit seine Pflegeeinrichtung mit Laumanns Team in Kontakt treten kann. ­Eigentlich sollten die Windeln möglichst bis Ende September zugesandt werden. Doch noch reicht die Zahl der eingegangenen Proben nicht aus, um die Prüfung zu veranlassen. Ziel ist es, einen guten Überblick über die Produkte der verschiedenen Kassen zu bekommen – und daher setzt der Patientenbeauftragte auf weitere Einsendungen. |

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