Wirtschaft

TK zahlt für Tinnitus-App

Spezielle Musik beruhigt überaktive Nervenzellen

ks | Wer ständig Geräusche im Ohr hört, ist dankbar für jede Hilfe. Nun übernimmt die Techniker Krankenkasse (TK) ab Oktober die Kosten für eine Therapie-App gegen Tinnitus.

Die Tinnitracks-App stammt vom Hamburger Start-up Sonormed. Mit an Bord sind zunächst 30 Hamburger Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Das Ziel ist, erste Erfah­rungen mit Tinnitracks als Behandlungsalternative unter Routinebedingungen zu sammeln und das Behandlungskonzept bei Erfolg in ganz Deutschland auszu­rollen.

Bundesweit leiden rund drei Millionen Menschen an einem Tinnitus. Mit der neuen Behandlungsform will die TK betroffenen Ver­sicherten nun auf neue Weise helfen. Hinter der Tinnitracks-App steckt die Idee, dass das Hören von speziell frequenzgefilterter Musik die überaktiven Nervenzellen im Gehirn, die für den Dauerton verantwortlich sind, beruhigt und so das störende Ohrengeräusch nachhaltig reduziert.

Für die Therapie mit dem Medizinprodukt brauchen Patienten lediglich ein Smartphone oder Tablet sowie Kopfhörer. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt und ein Hörgeräteakustiker bestimmen zu Beginn die individuelle störende Frequenz. Mithilfe der App werden dann die krankmachenden Signale durch die eigene Musik auf dem Smartphone ausgeblendet.

TK-Versicherte, die an dem Projekt teilnehmen wollen, müssen nicht in Hamburg wohnen, aber sie müssen bei einem der teilnehmenden Hamburger Mediziner behandelt werden.

Apps bekommen festen Platz in der Gesundheitsversorgung

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, erklärt das Engagement ihrer Kasse: „In der vergangenen Zeit haben sich Apps einen Weg in die Gesundheitsversorgung gebahnt und werden dort künftig einen festen Platz einnehmen. In der Tinnitracks-App sehen wir eine gute Möglichkeit zur konventionellen Therapie und wollen damit einen Teil zur digitalen Versorgung beitragen.“ |

Das könnte Sie auch interessieren

Hilfe bei Schlafstörungen – „Digitales für Apotheker“ (Folge 5)

App-warten und Tee trinken?

Gesundheits-Apps, ihre Siegel und Kennzeichen – Folge 3

Qualität, Datenschutz und CE

Hilfe bei Selbstkontrolle und Lebensstilveränderung – „Digitales für Apotheker“ (Folge 7)

Blutdruck besser eingestellt – dank App?

Smarte Helfer für die Gesundheit

Appetit auf Apps

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.