Wirtschaft

„Pink Viagra“: Valeant kauft Sprout

US-Zulassung der Lustpille für die Frau sorgt für Wirbel

BERLIN (dpa/ks) | Kaum auf dem Markt und schon geschluckt: Unmittelbar nach der US-Marktzulassung von Addyi, der „Lustpille“ für die Frau, wird deren Hersteller vom kanadischen Pharmakonzern Valeant übernommen. Das Unternehmen zahlt für den US-Hersteller ­Sprout Pharmaceuticals mit 34 Mitarbeitern eigenen Angaben zufolge rund eine Milliarde US-Dollar (rund 890 Mio. Euro).

Der Betrag kann noch ansteigen, wenn bestimmte Meilensteine ­erreicht werden. Der Abschluss des Deals wird im dritten Quartal erwartet.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA in Washington hatte vergangene Woche Dienstag mit dem Mittel Flibanserin zum ersten Mal ein luststeigerndes Präparat für Frauen als Medikament zugelassen. Der Haken: Seine Wirksamkeit ist nicht sicher, es muss täglich eingenommen und darf nicht mit Alkohol kombiniert werden. Die Zulassung sorgte nicht nur in den USA für viel medialen Wirbel.

Flibanserin wurde von Boehringer Ingelheim entwickelt – als Mittel gegen Depressionen. Die luststeigernde Wirkung wurde erst später bekannt. Nach einem negativen FDA-Bericht gaben die Deutschen das Projekt 2010 auf. Sprout Pharmaceuticals aus Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina übernahm die Forschung.

Ob und wann das Präparat nach Deutschland kommt, ist noch ­ungewiss. Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Professor für Pharmazeutische Chemie an der Uni Frankfurt und wissenschaftlicher Leiter des Zentrallabora­toriums Deutscher Apotheker, mutmaßt jedoch: „Es wird nicht lange dauern, bis die Substanz auch nach Europa kommt.“ Der Wirkstoff Flibanserin sei mit seiner Wirkweise im zentralen Nervensystem „bemerkenswert“, sagte er der dpa.

In den USA ist der Markteintritt für den 17. Oktober angekündigt. |

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