Gesundheitspolitik

Damals und heute

Kommentar von Benjamin Wessinger

„Eine gewisse Repräsentation mag ja angemessen sein, aber hier fehlt das Fingerspitzengefühl. Während bald einige Apotheken um ihre Existenz kämpfen, empfängt die ABDA die Gesundheitspolitiker in der neuen Prachtvilla (…). Da läuft etwas gewaltig falsch. (…) Der Kauf dieser Immobilie muss überdacht werden.“

Mit diesen Worten kommen­tierte DAZ-Herausgeber Peter Ditzel an genau dieser Stelle im Oktober 2001 den anstehenden Kauf eines Apothekerhauses in Berlin, nämlich des jetzt bau­fälligen Mendelsohn-Palais‘ in der Jägerstraße.

Heute plant die ABDA erneut ­einen Hauskauf, allerdings für rund 10 Millionen Euro mehr als 2001/02. Der Ditzel’sche Kommentar ist ebenfalls wieder aktuell, auch wenn es heute deutlich mehr als „einige Apotheken“ sein dürften, die um ­ihre Existenz kämpfen.

Der „Hauskauf ermöglicht der ABDA, in der historischen Mitte Berlins die bestehenden engen politischen Kontakte nicht nur zu pflegen, sondern gezielt auszubauen und zu nutzen“, ver­teidigten ABDA-Präsident und -Hauptgeschäftsführer zusammen mit BAK-Präsident und DAV-Vorsitzendem damals das Vorhaben. Und weiter: „Unser Verband hat bald die Hand am Puls der gesundheitspolitischen Meinungsbildung.“

Wie wichtig der Sitz in Berlins teurer Mitte ist, zeigen eindrucksvoll die Ergebnisse, die die ABDA in letzter Zeit auf dem politischen Parkett erzielen konnte. Die Vorteile eines eigenen Gebäudes gegenüber gemieteten Büros demonstriert genauso eindrucksvoll der Zustand der Jägerstraße.

Klug geworden aus den Erfahrungen scheint man bei der ­ABDA nicht.

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