Wirtschaft

Stimmung im Abwärtstrend

APOkix-Umfrage zur wirtschaftlichen Lage und zum Mindestlohn

BERLIN (ks) | Ihre wirtschaftliche Situation versetzt derzeit nur wenige Apothekenleiterinnen und -leiter in eine gute Stimmung. Nur rund 15 Prozent der 248 im Mai vom Institut für Handelsforschung Köln (IFH) für den Apothekenkonjunkturindex (APOkix) Befragten beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage positiv. Der weit überwiegende Teil (60%) bewertet sie als neutral – der Rest negativ. Neben der Stimmungslage fragte das IFH im Mai die Auswirkungen des Mindestlohns auf die Apotheken ab.

Der Konjunkturindex zur aktuellen Geschäftslage setzt nach einem Zwischenhoch im Februar seinen Abwärtstrend fort: Im Mai lag er bei 87,5 Punkten. Ein Wert von 100 bedeutet bei diesem Index, dass die Zahl der negativ und der positiv Gestimmten ausgeglichen ist – liegt er bei über 100 Punkten, gibt es mehr Optimisten.

Die verhalten neutrale Stimmung hatte sowohl bei kleinen (60%), wie auch bei großen Apotheken 51%) die Überhand. Unter den Inhabern von Apotheken mit einem Umsatz von mehr als 2 Millionen Euro im Jahr, gab es jedoch mehr positive Bewertungen (22%) als unter den Inhabern kleinerer Betriebsstätten (11%).

Die Konjukturindizes zur aktuellen und zur erwarteten wirtschaftlichen Lage befinden sich im Abwärtstrend.

Kaum Hoffnung auf Besserung der Lage

Auch der Index für die erwartete Geschäftsentwicklung ist im Mai nach einigen Monaten des lang­samen Anstiegs wieder gesunken – auf nunmehr 71,4 Punkte. Rund 38 Prozent der APOkix-Teilnehmer rechnen damit, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in den kommenden zwölf Monaten verschlechtert – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Die Anteile der Apothekeninhaber, die mit einer stabilen oder positiven Geschäftsentwicklung rechnen, sind dagegen im Vergleich zum April leicht gesunken. 40 Prozent der kleinen Apotheken erwarten eine Verschlechterung, unter den großen sind es 29 Prozent.

Mindestlohn sorgt für mehr Bürokratie ...

Die Antworten der Apokix-Teilnehmer auf die Mai-Monatsfrage zeigte überdies: Die Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes zu Anfang des Jahres geht auch an den Apotheken nicht spurlos vorüber. Vier von zehn Befragten bestätigten, seit Anfang des Jahres mehr für ihr Personal auszugeben. Um dem entgegenzuwirken, ver­lagert jeder fünfte Apothekenin­haber Aushilfstätigkeiten von Mini­jobbern und Hilfskräften auf festangestellte Mitarbeiter.

Rund 81 Prozent der APOkix-Teilnehmer bemerken zudem, dass durch die Einführung des Mindestlohns der bürokratische Aufwand in ihren Apotheken gestiegen ist. Als Ursache sehen drei Viertel der Befragten die mit dem Mindestlohn einhergehende Dokumentationspflicht.

... ist aber gerecht

Trotz dieser belastenden betriebswirtschaftlichen Konsequenzen steht die Mehrheit der Apothekeninhaber hinter dem gesetz­lichen Mindestlohn: Sieben von zehn ­Befragten finden die Regelung ­gerecht und geben gern mehr für ihre Mitarbeiter aus. Auch die rückwirkende Zahlung des Mindestlohns für die Nacht- und Notdienste bereiten der Umfrage zufolge den wenigsten Apotheken (10%) finanzielle Schwierigkeiten.

Im Großen und Ganzen fürchten die Apotheker keine weiteren Komplikation beim Thema Mindestlohn. 83 Prozent glauben nicht, dass es zukünftig bei der Personalbesetzung von hoher Bedeutung sein wird. |

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