Wirtschaft

Warnstreiks in NRW

Pharma-Großhändler von ver.di-Arbeitskampf betroffen

BERLIN (ks) | Nicht nur die Bahn wurde letzte Woche bestreikt: In mehreren nordrhein-west­fälischen Pharmagroßhandels-Niederlassungen hatte die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag zu Warnstreiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen fanden bei Phoenix in Bielefeld, Herne und Köln, bei Alliance Healthcare in Köln und bei Sanacorp in Düsseldorf statt. Früh am Morgen ging es los – bis zum Mittag sollte die Arzneimittelauslieferung an die Apotheken stillstehen.

Die Apothekenkunden sollten von den Streiks nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber: „Wir müssen dem Arbeitgeberverband zeigen, dass wir uns nichts gefallen lassen“, erklärte Viktor Petje von ver.di, der die Kölner Streiks begleitete, gegenüber der AZ.

Streit um Tarifvertrag für Groß- und Außenhandel

Es geht um den Tarifvertrag für den Groß- und ­Außenhandel in NRW. Die zweite Verhandlungsrunde ist gerade gescheitert. „Das bisherige Angebot der Arbeitgeber ist völlig unzureichend“, sagt ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer. Eine Anhebung der Löhne und Gehälter um zwei Prozent im ersten und 1,5 Prozent im zweiten Jahr entspreche nicht der ­wirtschaftlichen Entwicklung im Groß- und Außenhandel NRW.

„Die Beschäftigten haben für ihre tägliche gute Arbeit eine spürbare Erhöhung der Realeinkommen und damit eine deutliche Steigerung ihrer Kaufkraft verdient“, so Zimmer.

Mindestens 140 Euro mehr

ver.di fordert 5,5 Prozent, mindestens 140 Euro mehr Gehalt und Lohn. Die Ausbildungsver­gütungen sollen ebenfalls um 5,5 Prozent angehoben werden. Die Laufzeit der neuen Tarifver­träge soll zwölf Monate betragen.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 10. Juni anberaumt. Bei ver.di ist man kampfeslustig – der Warnstreik in der letzten ­Woche sei erst der Anfang ge­wesen, sagte Petje. Allerdings ist es nicht zwingend, dass die nächsten Streiks wieder im Pharmagroßhandel stattfinden. Es geht schließlich um den Tarif­vertrag für alle Groß- und Außenhändler. |

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