Wirtschaft

„Pille danach“: Mehr Absatz

IMS Health-Zahlen zu Auswirkungen des OTC-Switchs

BERLIN (jz) | Die Entlassung von Notfallkontrazeptiva aus der ­Rezeptflicht hat zu deutlichen Mehrabgaben in Apotheken geführt. Laut einer Analyse von IMS Health, die auf Hochrechnungen aufgrund von Verkaufszahlen öffentlicher Apotheken beruht, erhöhte sich die wöchentliche Abgabemenge nach dem Switch um ca. 40 Prozent.

Ellaone® (Ulipristalacetat) ist seit dem 16. März, die PiDaNa® (Levonorgestrel) seit dem 15. April rezeptfrei in Apotheken zu bekommen. Anschließend wurde viel darüber diskutiert, ob der OTC-Status zu Mehrabgaben führte. Aktuelle Zahlen von IMS Health zeigen nun, dass die wöchentliche Abgabemenge in öffentlichen Apotheken zunächst tatsächlich deutlich (+ 42%) anstieg: In der elften Kalenderwoche lag die Abgabemenge noch bei 9500 Packungen, eine Woche später bei 13.500 Packungen. Seither pendelt die Menge zwischen 12.300 und 13.500 Packungen pro Woche.

Die meisten Packungen werden dabei ohne Rezept abgegeben: So standen in der Kalenderwoche 18 nur hinter 7 Prozent aller abgegebenen Packungen GKV-Rezepte. Doppelt so viele Verordnungen erfolgten auf PKV-Rezepten. Somit wurden rund 2800 der insgesamt 13.500 Packungen auf Rezept abgegeben. Der größte Anteil entfiel jedoch mit vier Fünftel (79% bzw. rund 10.600 Packungen) auf Selbstzahler. Seit dem OTC-Switch ist der Anteil der Abgabe mit Rezept stetig zurückgegangen. |

Abb. 1: Nach Aufhebung der Rezeptpflicht stieg der Absatz um 40% und liegt seitdem stabil bei 13.000 bis 14.000 Packungen pro Woche (Absatz Packungen (incl. Importe) in ’000, Offizin BRD Gesamt, KW 1/2015 – 18/2015).

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