Wirtschaft

Trend zu Filialen und Verbünden

ApoBank-Analyse der Apothekengründungen: Trend zu größeren Strukturen – und zu älteren Existenzgründern

BERLIN (lk) | Der Trend zu größeren Strukturen ist schon seit Längerem in der Apothekenlandschaft zu erkennen. Das ­belegt auch die jüngste Analyse der ApoBank zu den Apothekengründungen im Jahr 2014. Knapp jede dritte Neugründung beziehungsweise Übernahme ­erfolgte als Filialapotheke. Inzwischen erwerben Existenzgründer sogar zunehmend mehrere Betriebsstätten gleichzeitig: 2014 wurde jede sechste Apotheke in einem Verbund – eine Hauptapotheke mit mindestens einer Filiale – übernommen.

„Diese Apothekenverbünde sind teilweise mittelständische Unternehmen mit 30 und mehr Angestellten. Sie stellen daher an den Inhaber ganz andere unternehmerische Anforderungen als bei einer klassischen Einzelapotheke“, so Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der ApoBank. „Zugleich beobachten wir eine zunehmende Renaissance der OHGs, die als Kooperationsform wieder attraktiv werden.“

Nur wenige Neugründungen

Während rund 75 Prozent der Apothekengründungen als Übernahme eines bereits bestehenden Betriebs erfolgen, finden Neugründungen in der Apothekenlandschaft nur sporadisch statt, nämlich nur in 14 Prozent der Fälle. Mit durchschnittlich 511.000 Euro für die Übernahme einer Apotheke als Einzel- beziehungsweise Hauptapotheke ist das Investitionsvolumen 2014 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Der Anstieg deutet darauf hin, dass hier eine größere Anzahl von wirtschaftlich starken Apotheken gute Preise erzielen konnte.

„Wie bei anderen Unternehmen auch, orientiert sich der Kaufpreis einer Apotheke nicht nur am materiellen Wert. Insbesondere der ­sogenannte ‚ideelle Wert‘ ist mit rund 80 Prozent ein wesentlicher Bestandteil des Übernahmepreises“, so Heßbrügge. „Vor allem Standortfaktoren, Konkurrenzsituation, umliegende Arztpraxen und die zukünftige Ertragskraft der zu übernehmenden Apotheke spiegeln sich hier wider. Die höheren Übernahmepreise zeigen, dass die Investitionen in diesem zunehmend engen Markt attraktiv bleiben.“

Frauen starten später

Das durchschnittliche Alter der Existenzgründer steigt tendenziell und lag 2014 bei 38,2 Jahren. Dabei lassen sich Apothekerinnen mit im Schnitt 39,8 Jahren deutlich später nieder als ihre männ­lichen Kollegen mit 36,3 Jahren. 43 Prozent der Frauen, die sich für die Niederlassung in einer eigenen Apotheke entscheiden, wählen den Schritt mit 41 Jahren oder später. Unter den männlichen Existenzgründern sind es in dieser Altersklasse nur noch 22 Prozent.

„Es ist naheliegend, diesen Umstand damit zu erklären, dass sich einige Frauen erst eine Existenzgründung zutrauen, nachdem sie ihre Familienplanung weitgehend abgeschlossen haben“, so Heßbrügge. „Doch die wirtschaftliche Selbstständigkeit kann auch in einer früheren Lebensphase durchaus Vorteile gegenüber dem Angestelltenstatus mit sich bringen. Die damit verbundene Entscheidungs- und Gestaltungsfreiheit bietet zahlreiche Optionen, die Vorzüge der Selbstständigkeit mit privaten ­Interessen zu verbinden.“ |

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