Wirtschaft

Euro-Schwäche hilft

Sanofi wächst trotz Problemen der Diabetes-Sparte

PARIS (dpa-AFX) | Der neue Sanofi-Chef Olivier Brandicourt kann sich zwar über steigende Umsätze freuen, die Zahlen des Pharmakonzerns geben ihm aber gleichzeitig seine wichtigste Aufgabe vor: Er muss das schrumpfende Geschäft mit Diabetes-Mitteln in den Griff kriegen. In dem für Sanofi wichtigsten Segment herrschte im ersten Quartal 2015 Flaute.

Dank des schwachen Euros gelang Sanofi dennoch ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum. Die Erlöse stiegen um 12 Prozent auf 8,81 Mrd. Euro, wie das Unternehmen letzten Donnerstag mitteilte. Ohne den Schub durch die für Sanofi günstigen Wechselkurse hätte das Plus bei 2,4 Prozent gelegen.

Hohe Preisabschläge beim Insulin Lantus, dem mit Abstand wichtigsten Sanofi-Umsatzbringer, verhinderten höhere Erlöse. Lantus büßte 5 Prozent seines Umsatzes ein und brachte nur noch 1,58 Mrd. Euro in die Kasse. Das Patent für das Mittel war im ersten Quartal ausgelaufen und schon jetzt richtet sich Sanofi bei der Preisgestaltung in neuen Verträgen auf die erwartete Konkurrenz ein.

Der Ex-Bayer-Pharmachef Brandicourt, seit April Nachfolger von Serge Weinberg, der nach dem Rausschmiss von Chris Viehbacher Interims-Chef war, setzt voll auf den Lantus-Nachfolger Toujeo®: „Diabetes ist sehr, sehr wichtig für das Unternehmen“, sagte er. Sanofi habe bereits zahlreiche Lieferverträge für das neue Insulin unterzeichnet.

Sanofi erwartet für 2015, dass sich die Entwicklung bei Diabetes-Mitteln aus dem ersten Quartal fortsetzt. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, es rechne bis 2018 wenn überhaupt mit einem geringen Wachstum in diesem Segment, das mehr als ein Fünftel zum ­Konzernumsatz beiträgt. In der ­Diabetes-Sparte bringt wiederum Lantus mehr als 85 Prozent des Umsatzes.

In kleineren Sparten lief es gut für Sanofi: Die Tierarzneimittel legten um 13,5 Prozent auf 658 Millionen Euro zu, der Umsatz der Biotech-Sparte Genzyme kletterte um mehr als 30 Prozent.

Konzernweit stieg der unter anderem um Sondereffekte bereinigte Gewinn um knapp 12 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro. Unterm Strich drückten insbesondere Umbaukosten in Frankreich das Ergebnis allerdings um 6 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. |

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