Wirtschaft

Spezialisiertes Personal ist schwer zu finden

APOkix-Umfrage zum Thema Beratung – Konjunkturindex fällt unter 100-Punkte-Marke

BERLIN (jz/ks) | Eine gute und sachkundige Beratung ist eine Schlüsselqualifikation in Apotheken. Sowohl Inhaber als auch Mitarbeiter sind häufig auf bestimmte Beratungsthemen spezialisiert. Allerdings ist für Spezialthemen geschultes Personal nicht immer leicht zu finden. Dies zeigt die aktuelle März-­Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln unter knapp 250 Apothekenleiterinnen und -leitern.

Der Umfrage zufolge fallen 42 Prozent des gesamten Beratungsaufkommens auf die Beratung zu ­Rx-Arzneimitteln, gefolgt von OTC-Produkten (35,2%). Darüber hinaus nannten die Befragten ­insbesondere die Beratung zu Produkten aus dem apothekenüblichen Ergänzungssortiment (10,7%) und zum Thema Krankenpflege und medizinischer Bedarf (9%).

Diabetes-Beratung vorn

Spezielle Beratungsangebote, für die Zusatzqualifikationen beispielsweise im Rahmen von Fortbildungen oder Seminaren erworben wurden, sind im Bereich der Diabetesberatung am häufigsten (83,5%). Häufig werden außerdem Zusatzqualifikationen für die Themengebiete Hautpflege, Kosmetik, Sonnenschutz (76,5%), Asthma (69,1%) sowie Naturheilverfahren und Homöopathie (65,4%) erworben. Im mittleren Bereich landen Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeit (53,5%), Gewichtsreduktion (51%), Reise(apotheke) und Impfung (51%) sowie Ernährung und Nährstoffe (48,1%).

Allerdings fällt es zwei von drei Apotheken schwer, das auf die entsprechenden Beratungsthemen spezialisierte Personal zu finden (63,5%). 67,8 Prozent der Befragten finden zudem, dass es oft schwer ist, die Mehrwerte der ­Beratungsleistungen gegenüber den Kunden aufzuzeigen. Bei mehr als jeder zweiten Apotheke (56,1%) kommt es zudem immer häufiger vor, dass sich Kunden beraten lassen, ohne Produkte zu kaufen.

OTC-Positivliste spaltet

Die befragten Apotheker sind überdies überwiegend überzeugt, dass mit Schulungen die Beratungsqualität der Apotheke verbessert werden kann: 70 Prozent finden, dass es dafür ausreichend richtige Angebote gibt. Zur Unterstützung der evidenzbasierten ­Beratung würden 41,6 Prozent der APOkix-Teilnehmer zudem eine Positivliste für OTC-Präparate ­befürworten, die Mehrheit lehnt dies hingegen ganz oder eher ab.

Konjunkturindex schwankt

Darüber hinaus hat das IFH wie jeden Monat die Stimmung hinsichtlich der Geschäftslage abgefragt. Nach einem Zwischenhoch im Februar ist der Apotheken-Konjunkturindex (APOkix) zur aktuellen Geschäftslage im März wieder unter die 100-Punkte-Marke gefallen. Er lag bei 94,8 Punkten, was im Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate aber noch immer einer der Höchstwerte ist. Ein Punktwert von 100 bedeutet, dass sich positive und negative Bewertungen die Waage halten. Konkret schätzten im März rund die Hälfte der befragten Apothekenleiter ihre aktuelle Geschäftslage neutral ein. Dabei machte es kaum einen Unterschied, ob es sich um eine große Apotheke mit einem Umsatz von mehr als 2 Millionen Euro handelt oder um eine kleine. Gut jeder Fünfte wertete seine aktuelle Lage eher positiv, wohingegen 27,3 Prozent sie negativ einschätzten. Dabei sind allerdings mehr große Apotheken (28,4%) positiv gestimmt als kleine (18,6%).

Der Apotheken-Konjunkturindex APOkix ist wieder unter die 100-Punkte-Marke gefallen. Das heißt, mehr Apotheker beurteilen ihre wirtschaftliche Lage negativ. Aber die Aussicht auf die kommenden zwölf Monate hat sich verbessert - auf immer noch niedrigem Niveau.

Hinsichtlich der erwarteten Geschäftslage lag der Indexwert im März bei 76,6 Punkten – im Februar waren es nur 70,8. 37,9 Prozent der Befragten meinen, dass sich ihre Lage in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird. Nur 14,1 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Die meisten Apotheker (47,6%) erwarten eine stabile Geschäftslage. |

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