Management

Outfit schafft Image

Die Bekleidung der Mitarbeiter und ihre Bedeutung für die Apotheke

Das Erscheinungsbild der Mitarbeiter wird von ihrer Kleidung geprägt. Ein weißer Kittel ist in vielen Apotheken immer noch üblich, damit unterscheidet sich die eine Apotheke aber nicht von der anderen. Im heutigen Verdrängungswettbewerb kann man durch dezente Bekleidungsfarben auffallen. Für die meisten Kunden ist das Outfit der Mitarbeiterinnen wichtig, für viele ältere Kunden sogar sehr wichtig. Für den Kunden ist das Erscheinungsbild des Personals ­Bestandteil der Apotheke.

Kleidung ist ein Faktor, der eine Botschaft aussendet und den Eindruck über eine Person mitbestimmt. Im Gegensatz zur Augenfarbe oder Körpergröße kann man mit der Kleidung variieren. Es ist dabei ein Widerspruch, dass man sich einerseits einem Dresscode unterwirft und andererseits authentisch bleiben soll. Die Kundenerwartungen sollten erfüllt werden, die eigene Individualität aber nicht auf der Strecke bleiben.

Die Bereitschaft, einheitliche Berufskleidung zu tragen, besteht ­allerdings nur, wenn sie bequem und modisch ist. Zu kurze oder überlange Größen wirken ungünstig und sind auch unbequem. Es sollten also genügend Garnituren zum Wechseln vorhanden sein.

Die Unternehmenskultur

Die Berufsbekleidung als Teil der Unternehmenskultur wird häufig unterschätzt. Ein tadellos gepflegtes Outfit wirkt nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Einheitliche Berufskleidung fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl. Andererseits schränkt sie die Selbstverwirklichung des Einzelnen ein, und uniformiertes Auftreten ist nicht jedermanns Sache. Wer aber die Kleidung eines Unternehmens trägt, erlebt meist unbewusst soziale Zugehörigkeit und fühlt sich als Mitglied eines Teams. Ein Pilot, der in seiner Berufskleidung auftritt, erlebt sich selbst anders als ein individuell gekleideter Mitarbeiter.

Für die Mitarbeiterin sind Bequemlichkeit der Kleidung, aber auch die Funktionalität, die Strapazierfähigkeit, die Sauberkeit und die Haltbarkeit besonders wichtig. Häufig hat die Berufsbekleidung jedoch „zu enge oder weite Schnitte“, oder hat „zu kleine Taschen“. Für die Mitarbeiter geht es auch um die richtige Kleidergröße – bei der Anschaffung oberstes Gebot. Das passende Outfit wertet eine ungünstige Figur auf und erhöht dadurch auch das Selbstwertgefühl. „Kleider machen Leute“ ist ein uralter Ausspruch, der immer noch gilt. Wer sich in seiner Arbeitshaut wohlfühlt, meistert den Berufsalltag leichter.

Foto: DAZ/Schelbert

Gut gekleidet und sehr freundlich Ein gepflegtes, nicht übertrieben gestyltes Äußeres drückt Achtung vor dem ­Gegenüber aus und macht sympathisch.

Kleider machen Leute

Ordentlich und gepflegt aussehende Mitarbeiter wirken sympathisch auf die Kunden. Mit einer gepflegten äußeren Erscheinung drückt man auch seine Achtung vor dem Gegenüber aus. Ein nachlässiges Äußeres bedeutet dagegen Gleichgültigkeit und verstößt gegen die kundenorientierte Einstellung. Wer den Kunden respektiert, darf damit rechnen, auch respektiert zu werden. Kunden wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, deshalb sollte zum Outfit auch ein Namensschild gehören. Hier sollte man auf die Bezeichnung „Frau“ bzw. „Herr“ vor dem Namen verzichten und besser den Vornamen zum Nachnamen vermerken. Und natürlich trägt auch der Chef das Namensschild.

Ein unverwechselbares Image der Apotheke schafft man mit der Einheitlichkeit. Für den Kunden zählt der visuelle Eindruck besonders bei der Begrüßung. Vom Outfit schließt er auf die Kompetenz des Personals, ob zu Recht oder nicht. Ordentlich und gepflegt aussehende Mitarbeiterinnen schaffen Sympathie, nicht nur Akzeptanz. Trotzdem kann an heißen Tagen das Tragen der einheitlichen Berufskleidung ausgesetzt werden.

Die psychologische Wirkung von Farben der Bekleidung

Grün drückt Harmonie und Gleichgewicht aus und wirkt be­ruhigend, ausgleichend, verlässlich. Grün steht für Öko, vor allem der dunkle Farbton.

Blau ist die Farbe für Reinheit, und Kühle. Blau, wirkt positiv auf Kunden, sofern es sich um einen hellen Farbton handelt.

Braun symbolisiert die Erde, und wird oft im Handwerk verwendet. Braun steht für Tradition, kommt für Apotheken aber höchstens in heller Farbe infrage.

Weiß ist die Farbe der Luft, der Losgelöstheit, der Ästhetik und reflektiert andere Farben, lässt diese leben, ohne sie zu erdrücken. Weiße Berufsbekleidung wird mit Reinheit, Unschuld und Sauberkeit assoziiert, sie wirkt rein, klar, frisch, sauber, futuristisch, neutral. Deshalb ist sie in allen Gesundheitsberufen üblich, auch wenn der neue Trend im Krankenhaus die farbige Bekleidung ist.

Die Farben Rot oder Gelb sieht man in Apotheken eher selten.

Kaufen oder Leasen?

Bei der Anschaffung von einheitlicher Berufskleidung bzw. Kitteln sollte der Apotheker die Wünsche seines Teams berücksichtigen. Hochwertige Berufsbekleidung führt übrigens zu mehr Sorgfalt als billige. Die Anschaffung sollte sich also nicht ausschließlich nach dem Preis richten.

Als Nächstes stellt sich die Frage, ob die Kleidung gekauft werden soll oder geleast wird. Aus ökologischer Sicht schneidet der Textil-Service weit besser ab als das private Reinigen. Eine Studie des „European Textile Service Association“ belegt: Der gewerbliche Waschprozess bietet gegenüber der individuellen Wäsche diese Vorteile: 52 Prozent weniger Energieverbrauch, 73 Prozent weniger Wasserverbrauch und bis zu 85 Prozent weniger Verbrauch von Waschmitteln. Dadurch wird circa ein Drittel weniger CO2 ausgestoßen. Außerdem entfällt beim Leasingservice die Kapitalbindung.

Vorteil des Mietens/Leasens von Berufsbekleidung
Kaufen Mieten
Anschaffungskosten Kapitalbindung durch Investition Nur Mietgebühren
Betriebsaustritt eines Mitarbeiters Größen und Änderungen werden intern ­organisiert Bekleidung wird ohne Kosten zurückgenommen
Betriebseintritt eines Mitarbeiters Neue Anschaffung notwendig Neu-Bekleidung ohne zusätzliche Kosten
Verschleiß Neue Kleidung muss angeschafft werden Austausch ohne ­zusätzliche Kosten
Wiederbeschaffung Gleiche Modelle sind nach ca. drei Jahren nicht lieferbar Gleiche Modelle ­lieferbar
Verantwortung Liegt beim Unter­nehmen Liegt voll beim Dienstleister
Umwelt Privates Waschen ökologisch nicht effizient Industrielle Wäsche spart Energie
Logistik Muss komplett organisiert werden Dienstleister übernimmt sämtliche ­Aufgaben
Service Keine weiteren ­Leistungen Permanente Kundenbetreuung

Quelle: „Strukturelle Veränderung in der Berufsbekleidung“, Expo+Consulting Associates, Dr. Böttger Düsseldorf

Erlaubt ist, was gefällt?

Ausdruck unserer Zeit ist die Individualität des Einzelnen, Bekleidungsvorschriften werden nicht immer freudig angenommen. Durch Make-up, Schmuck (Ohrringe, Ketten), Brille und Frisur hat man jedoch noch ausreichend Spielraum für individuelles Auftreten. Als Chef sollte man allerdings darauf achten, dass die Individualität nicht ausufert.

Zuviel Make-up beispielsweise versteckt die Persönlichkeit der Mitarbeiterin, es wirkt wie eine Maske. Schminke soll nicht zum Selbstzweck werden, sondern die Vorzüge des Gesichts betonen. Mit der Brille kann der Träger sein Gesicht verändern: ein schmales, langes Gesicht kann durch die Brillenfassung abgemildert werden, eine runde Gesichtsform lässt sich optisch strecken. Rundliche Gläser betonen weiche Züge, Halbbrillen wirken oft belehrend. Auch beim Thema Schmuck gilt: Weniger ist mehr. Zuviel an glitzerndem Beiwerk stört den professionellen Eindruck. Die Apotheke ist kein Schmuckladen. Besser nur ein edles Schmuckstück als fünf Glitzerkettchen, besser nur einen einzigen Ring, als an jeder Hand drei. Über 50-Jährige sollten zu ihrem Alter stehen und sich von jugend­lichem Schmuck und Kleidung allmählich verabschieden. Grundsätzlich kommt das altersgerechte Erscheinungsbild beim Kunden besser an, mit Natürlichkeit beeindruckt man eher als mit krampfhaftem Jugendkult.

Ihre Kunden achten besonders auf Fingernägel. Ein dezenter Lack und die normale Länge werden akzeptiert, jede Auffälligkeit, die durch aufgesteckte Fingernägel oder verschiedene Farben entsteht, ist für die Freizeit angebracht, nicht aber für die Tätigkeit in der Apotheke. Die Gedankenverbindung des Kunden zum Nagelstudio sollte vermieden werden. Im Blickpunkt steht besonders die Frisur. Durch die Länge und Farbe gibt es sehr viele Varianten, bei der die Mitarbeiter weitgehend freie Entscheidung haben. Ob kurz oder lang – die Haare müssen gepflegt sein und sollten nicht das halbe Gesicht verdecken.

Generell werden Vorgaben schnell als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte gesehen. Zu viele Vorgaben führen leicht zu langen Diskussionen und wenig Einsicht, beispielsweise fragen die Mitarbeiter, ob sich denn schon ein Kunde beschwert habe.

Als Chef ist man immer Vorbild, wenn es um das Outfit geht, sei es das Tragen des Kittels, seien es die Haare oder das Namensschild. |

Rolf Leicher, Kommunikationstrainer, Oberer Rainweg 67, 69118 Heidelberg, Rolf.Leicher@t-online.de

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