Wirtschaft

Stada erreicht Konzernziele

Geschäftszahlen für 2014 vorgelegt – Logistik an DHL abgegeben– Allianz mit indischem Hersteller geplant

STUTTGART (wes) | Der Arzneimittelhersteller Stada hat im vergangenen Jahr seine Umsatz- und Gewinnziele auf Konzern-ebene erreicht – trotz großer Währungsprobleme in Osteuropa. Das gab das Unternehmen auf seiner Bilanzpressekonferenz am Donnerstag bekannt.

Insgesamt konnte der Arzneimittelhersteller aus Bad Vilbel seinen Umsatz 2014 um 3 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro steigern, auch das operative Ergebnis entwickelte sich positiv: Das ausgewiesene EBITDA stieg um 9 Prozent auf 419 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA um 4 Prozent auf 414,3 Millionen.

Der ausgewiesene Konzerngewinn fiel drastisch um 47 Prozent auf nur noch 64 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte stieg das Ergebnis jedoch deutlich um 16 Prozent auf 186 Millionen Euro. Angesichts dieser Ergebnisse schlägt der Vorstand der Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von 0,66 Euro je Stada-Stammaktie vor.

Regional unterschiedlich

Während in Zentraleuropa die Umsätze mit 11 Prozent (auf 956 Mio. Euro) und in der Region Asien/Pazifik – allerdings von deutlich niedrigerem Niveau aus – sogar um 52 Prozent (auf 94 Mio. Euro) zweistellig wuchsen, ent­wickelte sich der Heimatmarkt Deutschland stabil (+2% auf 447 Mio. Euro). Die positive Entwicklung in Zentraleuropa basiert laut Konzernangaben insbesondere auf Umsatzsteigerungen in Großbritannien, wo Stada im Sommer 2014 den OTC-Anbieter Thornton & Ross übernommen hat.

In der Region GUS/Osteuropa reduzierte sich der Umsatz dagegen durch negative Währungseffekte um 10 Prozent auf 564 Mio. Euro. Durch den schwachen Rubel nahmen beispielsweise die Umsätze in Russland um 14 Prozent auf 361 Mio. Euro ab – bei gleichbleibendem Wechselkurs wäre eine Steigerung um 4 Prozent unter dem Strich gestanden.

Mit Generika setzte Stada im vergangenen Jahr 1,22 Milliarden Euro um, das ist ein Rückgang um 1 Prozent. Damit leisteten die Nachahmer-Produkte einen Beitrag von 59 Prozent zum Konzernumsatz. Deutlich steigern konnte Stada dagegen das Geschäft mit Markenprodukten: Der Umsatz in diesem Segment stieg um 14 Prozent auf 800 Millionen Euro. Auch der Anteil am Gesamtumsatz wuchs, von 35 Prozent in 2013 auf nun 39 Prozent.

Allianz mit Hetero

Ebenfalls am 26. März gab Stada bekannt, dass man mit dem indischen Pharmaunternehmen Hetero Labs eine strategische Allianz eingehen möchte. Zunächst werde Stada ausgewählte Onkologika – bereits eingeführte wie Neuentwicklungen – zu besonders attraktiven Konditionen von Hetero beziehen, heißt es in einer Mitteilung. Später sei eine Vertiefung der Zusammenarbeit in weiteren Bereichen vorstellbar. Da Hetero vor allem in Indien und den USA aktiv ist, während der Schwerpunkt der Stada-Geschäfte in Europa liegt, sei im Rahmen der Allianz geplant, dass Stada die Vermarktung von Hetero-Produkten in Europa und in anderen Regionen außerhalb Indiens und der USA übernimmt. Hetero ist nach Stada-Angaben mit 15.000 Beschäftigten und einem Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar das größte in Privatbesitz befindliche Pharmaunternehmen Indiens.

DHL übernimmt Logistik

Bereits Anfang vergangener Woche gab Stada bekannt, dass ab 1. Juni 2015 die Deutsche Post-Tochter DHL die gesamten Logistikaktivitäten des Pharmaunternehmens übernimmt. Man wolle sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, Kosten sparen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Der Zehn-Jahres-Vertrag zwischen Stada und DHL sieht den Unternehmen zufolge die Übernahme der 155 Mitarbeiter im Lager sowie der Betäubungsmittel- und ­Exportabwicklung vor. Stada will mit diesem Schritt seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. |

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