Gesundheitspolitik

Gesundheitspakt mit Apothekern

Hessische Landesregierung holt Pharmazeuten ins Boot

BERLIN (jz) | Für die Neuauflage des Landesgesundheitspaktes setzt die hessische Regierung auch auf Apotheken: Zu den 15 Pakt-Partnern aus dem Gesundheitswesen, die vergangene Woche den Gesundheitspakt 2.0 unterzeichneten, gehören auch der Landesapothekerverband (LAV) sowie die Landesapothekerkammer (LAK) Hessen. Beide sehen als Kernthemen die interdisziplinäre Zusammenarbeit insbesondere mit Ärzten sowie das Medikationsmanagement.

Landesgesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) nannte die erweiterte Fortsetzung des Paktes einen „ganz maßgeblichen Beitrag zur Sicherstellung einer bestmöglichen Gesundheitsversorgung“. Für eine bedarfsgerechte, gute medizinische Versorgung sei ein gemeinsames Vorgehen aller Akteure erforderlich – gerade in einer älter werdenden Gesellschaft. Daher ­bedürfe es neuer Kooperationsformen sowie eines funktionierenden sektorenübergreifenden Versorgungsmanagements. Der Gesundheitspakt 2.0 fördere die Zusammenarbeit von Gesundheits- und Pflegeberufen. So sollen etwa berufsübergreifende Fortbildungen organisiert und interdisziplinäre Gesundheitszentren etabliert werden. Auch die Einführung eines sektorenübergreifenden Medikationsplans zur Vermeidung von Doppelverordnungen und ungewünschten Wechselwirkungen gehört zum Pakt. Das Bundesland stellt in den Jahren 2015 bis 2018 insgesamt vier Millionen Euro für die Maßnahmen zur Verfügung.

Apotheker voller Tatendrang

Die LAK Hessen sieht neben der interdisziplinären Zusammenarbeit das Medikationsmanagement als Kernthema. Durch die enge Vernetzung von Arzt und Apotheker sollen Probleme bei der Einnahme, Anwendung oder Verträglichkeit von Medikamenten aufgedeckt werden, um eine individuelle Lösung für den jeweiligen Patienten zu finden, erklärt Kammerpräsidentin Ursula Funke. „Als neuer Pakt-Partner möchten wir insbesondere die interdisziplinäre Kooperation zwischen Arzt und Apotheker stärken.“ Denn: „Sind diese eng vernetzt, können die Risiken einer Mehrfachmedikation minimiert und die Arzneitherapie des einzelnen Patienten effektiver gestaltet werden.“

„Höchste Priorität hat für uns die Sicherstellung der flächendeckenden pharmazeutischen Versorgung“, stellt der HAV-Vorsitzende Dr. Detlef Weidemann fest – von den pharmazeutischen Leistungen der Apotheker im Bereich der Selbstmedikation bis zum Medikationsmanagement in Kooperation mit der Ärzteschaft. Weidemann begrüßt zudem, dass der Gesundheitspakt 2.0 der Prävention einen hohen Stellenwert einräumt – hier seien Apotheken bereits vielfältig aktiv und könnten auf positive Verhaltensänderungen hinwirken: „Durch das hohe Vertrauen, das die Angehörigen des Heilberufes in der Bevölkerung genießen, ­haben ihre Hinweise Gewicht.“ |

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