Gesundheitspolitik

Gefühlt ist nicht gemessen

Kommentar von Benjamin Wessinger

Dass die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie oder statistischen Erhebung den eigenen Erfahrungen zu widersprechen scheinen, das dürften die meisten Naturwissenschaftler schon einmal erlebt haben. Apotheker (wie auch Ärzte) dürften dieses Phänomen besonders häufig beobachten. Tagtäglich kann man beobachten, dass ein Arzneimittel hilft, obwohl alle ordentlichen Studien sagen, dass dieses Präparat keine Wirkung hat – bzw. haben dürfte.

Eine wissenschaftliche Untersuchung hat nun gezeigt, dass die Apotheker, namentlich die ABDA, eine erfolgreiche Lobby-Arbeit betreiben (siehe Bericht „ABDA lobbyiert im Spitzenfeld“). Zumindest nach dem untersuchten Maßstab – Stellungnahmen im Gesundheitsausschuss des Bundestags – rangieren die Apotheker in der Spitzengruppe der Verbände.

Auch von Politikern in Berlin (und anderswo) hört man immer wieder, dass die Apotheker besonders hartnäckig lobbyieren. Und das nicht nur von Gesundheitspolitikern, auch „normale“ Abgeordnete werden von Apothekerinnen und Apothekern immer wieder per E-Mail, Fax und Brief geradezu bom­bardiert.

Und doch beschleicht viele Apotheker das eingangs beschriebene Gefühl: Wie kann es sein, dass nach objektiven Maßstäben die Apotheker in Berlin so viel Aufmerksamkeit bekommen, sie aber das Gefühl nicht loswerden, dabei eher mäßig ­erfolgreich zu sein?

Nun, angehört zu werden bedeutet nicht zwangsläufig, auch Gehör zu finden! Die Zahl der Stellungnahmen ist ein quantitatives Kriterium. Über die Qualität der geäußerten Argumente – und der Lobbyarbeit im Ganzen – sagt sie nichts aus!

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