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Naturheilmittel werden geschätzt

Studie definiert „Naturheilmittel“ und zeigt gesundheitliche und ökonomische Aspekte auf

BERLIN (lue) | Was die Bevölkerung unter dem Begriff „Naturheilmittel“ versteht, geht weit über die klassischen Phytopharmaka hinaus. Neben anthroposophischen und homöopathischen Präparaten fallen auch Hausmittel, Gesundheitstees, Bäder oder Nahrungsergänzungsmittel unter diesen Begriff. Das geht aus einer von der Firma Schwabe in Auftrag gegebenen, repräsentativen Befragung von 1006 Personen in Deutschland hervor. Auf dieser Grundlage wurde die Bedeutung von Naturheilmitteln in einer Studie gesundheitsökonomisch und medizinisch beleuchtet.

Naturheilmittel erfreuen sich in Deutschland einer großen und steigenden Beliebtheit. Sie werden in den meisten Fällen bei grippalen Infekten angewendet. Aber auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Sportverletzungen wie auch bei Erschöpfung kommen sie zum Einsatz. Aus der Studie geht hervor, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung den Naturheilmitteln einen hohen gesundheitlichen Nutzen zuschreibt, da sie bereits positive Erfahrungen damit gesammelt haben. Auch eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit, wenig Risiken sowie eine sanfte Heilung sprechen unter den Befragten für den Einsatz von Naturheilmitteln. Zudem sehen drei von vier Befragten die Chance, dadurch gegebenenfalls den Arztbesuch oder die Einnahme weiterer Medikamente vermeiden zu können.

Durch die Selbstmedikation mit Naturheilmitteln werden laut Studie nicht nur Ressourcen in der ambulanten Behandlung und damit Kosten eingespart, sondern sie führt bei frühzeitigem Einsatz auch zu geringeren Arbeitszeitausfällen. Damit würden Naturheilmittel nicht nur einen medizinischen, sondern auch einen gesundheitsökonomischen Beitrag leisten. „Alleine deswegen fordern wir die Politik auf, Naturheilmittel als Heilmittel der ersten Wahl zu unterstützen“, bekräftige Dr. Traugott Ullrich, Geschäftsführer der Firma Schwabe. „Wir sehen und hören von den Verantwortlichen viele Aussagen zu chemisch-pharmazeutischen Präparaten, doch zu den Naturheilmitteln ist man oft still.“

Die Apotheke ist aus Sicht fast aller Befragten der wichtigste Bezugsort von Naturheilmitteln. Dahinter folgen Reformhäuser, Natur- und Bioläden sowie Drogerien und Drogeriemärkte. Das Umsatzvolumen von Naturheilmitteln bestätigt diese Aussage: Von den 3,3 Mrd. Euro Umsatzvolumen pro Jahr entfallen 2,49 Mrd. Euro auf die Apotheken. 

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