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„Apotheker eigenständige Säule“

BAK-Präsident Kiefer eröffnet Pharmacon – „Naturwissenschaftliches Studium beibehalten“

DAVOS (wes) | Vor fast 800 Apothekerinnen und Apothekern hat der Präsident der Bundesapothekerkammer, Dr. Andreas Kiefer, am Sonntag die 44. Pharmacon-Fortbildungswoche im schweizerischen Davos eröffnet. In seiner Eröffnungsrede, die stellenweise einem Parforce-Ritt durch die standespolitischen Themen des letzten Jahres glich, plädierte Kiefer für die Beibehaltung eines naturwissenschaftlich geprägten Pharmaziestudiums – und betonte die Eigenständigkeit des Apothekerberufs.

Die neuen Gesichter in der Bundespolitik böten eine Chance für die Apotheker, leitete Kiefer seine Rede ein. Er sei zuversichtlich, dass sich die Apothekerschaft mit ihren Anliegen in der Politik wird durchsetzen können, wobei er zugab, „die gesetzgebungsfreie Zeit als sehr angenehm“ empfunden zu haben.

Foto: DAZ/jb
BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer zur Leitbilddiskussion: „Ich bin sicher, dass sich mehr Apotheker beteiligen werden, als es Apotheken gibt.“

Zur Leitbilddiskussion sagte Kiefer, er verstehe, dass es zu Irritationen geführt habe, dass ein Leitbild nur für die öffentliche Apotheke gesucht werde. Die Erklärung sei aber einfach: „Weil der Versorgungsauftrag an die öffentliche Apotheke geknüpft ist.“ Er jedenfalls wünsche sich eine Weiterentwicklung der Apotheke, und die Diskussion darüber müsse der Berufsstand aus sich selbst heraus führen. Dabei gehe es nicht um einen Wandel des Apothekers als Kaufmann – auch wenn die Honorierung weiterentwickelt werden müsse. „Denn ohne Moos ist auch hier nichts los“, so Kiefer. Dass die Arzneimitteltherapiesicherheit in Zukunft eine größere Rolle spiele, liege für ihn auf der Hand, sagte Kiefer. Es müsse diskutiert werden, ob das Medikationsmanagement als Regelleistung eingeführt werden solle.Verwundert zeigte sich Kiefer über die Diskussionen über Struktur und Inhalt der pharmazeutischen Ausbildung. Auch weiterhin sei ein breites naturwissenschaftliches Pharmaziestudium nötig. Nötige Anpassungen werde man mit den Hochschullehrern diskutieren. Es könne aber nicht darum gehen, mit dem Finger auf andere zu zeigen. „Auch der Dritte Ausbildungsabschnitt muss ‚aufgepeppt‘ werden“, räumte Kiefer ein.

Er halte aber den Ansatz für absolut richtig, dass Arzt und Apotheker in einem „therapeutischen Team“ den Patienten aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln betrachteten – dem medizinischen und dem naturwissenschaftlichen. Kiefer: „Die naturwissenschaftliche Ausbildung ist für die Beratung der Patienten wie der Ärzte sehr wichtig.“ Apotheker müssten sich von den Ärzten abgrenzen. „Apotheken sind eine eigenständige Säule im Gesundheitswesen“, betonte Kiefer. „Die apothekerliche Leistung ist nicht substituierbar.“ 

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