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Ärzte freunden sich mit ARMIN an

KV Sachsen sieht das Modellprojekt auf Erfolgskurs

BERLIN (daz) | Die für die Kommunikation der Ärzte zuständige Kassenärztliche Vereinigung des Freistaates Sachsen hat eine positive Zwischenbilanz zum Modellprojekt ARMIN gezogen. Das ist neu – galten bislang doch vor allem die Ärzte in Sachsen und Thüringen als Bremser des Projekts.

Rund 1000 Apotheker und Ärzte in Sachsen und Thüringen nähmen bereits am Modellprojekt ARMIN – Arzneimittelinitiative Sachsen- Thüringen teil, heißt es in der Mitteilung der KV Sachsen. Seit Beginn des Projektes am 1. April 2014 hätten sich etwa 350 sächsische Apotheker und mehr als 110 Ärzte in Sachsen für eine Teilnahme eingeschrieben. In Thüringen seien es rund 350 Apotheker und 150 Ärzte. „Die Träger des Modellprojekts ziehen eine positive Zwischenbilanz. Die Teilnehmerzahlen sowohl unter den Ärzten als auch unter den Apothekern seien im Laufe des Jahres kontinuierlich gestiegen“, so die KV Sachsen. Von einem weiteren Zuwachs sei auszugehen.

Positive Resonanz bei Teilnehmern

Auch unter den ARMIN-Teilnehmern selbst ist die Resonanz positiv. Der Allgemeinmediziner Axel Stelzner aus Lichtentanne bei Chemnitz fasst seine Erfahrungen in der Praxis laut KV Sachsen wie folgt zusammen: „Mit der Wirkstoffverordnung steht auf dem Rezept endlich nur noch das, was pharmakologisch relevant ist. Auch für die Patienten wird es einfacher: In den Fokus rückt statt wechselnder Handelsnamen der Wirkstoff, mit dem die Krankheit behandelt wird. Das schafft Vertrauen und spart Diskussionen. Der Arzt bekommt dadurch mehr Zeit, dem Patienten die Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen zu erläutern.“ Selbst in einer hochfrequentierten Sprechstunde sei der Medikationskatalog in der Praxis schnell umsetzbar, so Stelzner weiter. Kein Kollege sei zudem gezwungen, eigene Erfahrungen über Bord zu werfen. Die Chance, das eigene Handeln einmal kritisch zu hinterfragen, sei aber mit Sicherheit von Vorteil.

Lobend zitiert die KV Sachsen auch die Weimarer Apothekerin Cornelia Lüdde-Lichte: „Die Anwendung von Arzneimitteln wird durch ARMIN sicherer“, sagt sie und verweist vor allem auf Patienten, die mehrere Ärzte aufsuchen oder mehrere Arzneimittel einnehmen müssen: „Doppelverordnungen werden vermieden. Unerwünschte Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Medikamenten können besser erkannt werden.“ Wie die Ärzte würden auch die Apotheker letztlich Zeit für Beratung gewinnen, weil Diskussionen über wechselnde Produktnamen wegfielen.

Medikationsmanagement startet Anfang 2015

Seit dem 1. Juli 2014 seien die Module 1 und 2 des Modellprojektes, Wirkstoffverordnung und Medikationskatalog, in Betrieb. Ärzte verordneten für circa 200 Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen statt Fertigarzneimittel mit Handelsnamen den jeweiligen Wirkstoff mit Wirkstärke, Darreichungsform und Packungsgröße. Der für das Modellprojekt von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelte Medikationskatalog enthalte zurzeit Therapieempfehlungen für acht Indikationen mit knapp 200 Arzneistoffen. Das dritte Modul des Modellvorhabens, das Medikationsmanagement, werde ab dem 1. Quartal 2015 in eine Pilotierungsphase treten. Sobald diese abgeschlossen sei und das Datenschutzgütesiegel vorliege, werde es für Versicherte der AOK Plus möglich sein, sich in das Projekt einzuschreiben und einen teilnehmenden Arzt sowie eine teilnehmende Apotheke als Betreuungsteam zu wählen. Nach einem ausführlichen Gespräch in der betreuenden Apotheke, bei dem die aktuell eingenommenen Medikamente erfasst würden und einem sich anschließenden intensiven Beratungsgespräch mit dem betreuenden Arzt zur weiteren Arzneimitteltherapie, erhalte der Patient einen Medikationsplan. Dieser werde durch den Arzt und Apotheker ständig aktualisiert und dem Patienten auf Wunsch ausgehändigt. 

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