Arzneimittel und Therapie

Antidot gegen Faktor-Xa-Hemmer

Antikoagulatorische Aktivität aufheben

ck | Bisher gibt es für keinen der neuen Gerinnungshemmer aus der Gruppe der direkten oralen Antikoagulanzien ein Antidot, mit dem sich die antikoagulatorische Wirkung im Fall schwerer Blutungen, Traumata oder einer Notfalloperation rasch aufheben lässt. Jetzt wurden die Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit Andexanet alfa veröffentlicht, das als rekombinantes „Universal-Antidot“ für Faktor-Xa-Hemmer entwickelt wird. In der Phase-III-Studie ANNEXA-A wurden alle primären und sekundären Endpunkte mit statistischer Signifikanz erreicht. Die Studie schloss 33 gesunde Probanden zwischen 50 und 75 Jahren ein, von denen randomisiert 24 Andexanet alfa und neun Placebo erhielten. Unter Andexanet alfa wurde die antikoagulatorische Aktivität von Apixaban (Eliquis<sup>®</sup>) – gemessen anhand der Anti-Faktor-Xa-Aktivität – zwei bis fünf Minuten nach dem Bolus von Andexanet alfa im Vergleich zu Placebo zu 94% aufgehoben. Andexanet alfa fungiert dabei als eine Art Faktor-Xa-Falle, die mit hoher Spezifität indirekte und direkte Faktor-Xa-Inhibitoren im Blut bindet. Sind diese an Andexanet alfa gebunden, können sie nicht mehr an körpereigene Faktor-Xa binden und diese hemmen. Dadurch kann die Hämostase wieder nach normalem physiologischem Prozess erfolgen. Andexanet alfa kann als schnellwirkende Bolusinjektion verabreicht werden oder als Infusion über einen längeren Zeitraum. 

 

Quelle

ANNEXA (Andexanet Alfa a Novel Antidote to the Anticoagulant Effects of fXA Inhibitors)-Studien. Jahrestagung der American Heart Association. Clinical Science: Special Reports – Management of Cardiovascular Diseases

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