Arzneimittel und Therapie

Metformin wirkt lebensverlängernd

Sulfonylharnstoffe schneiden schlecht ab

Eine britische Studie verglich die Todesrate von über 90.000 Typ-2-Diabetikern unter Metformin- oder Sulfonylharnstoff-Therapie mit ebenso vielen Nicht-Diabetikern. Im Durchschnitt ergab sich in der Metformin-Gruppe eine 15% längere Lebenszeit als in der Kontroll-Gruppe und eine 38% längere Lebenszeit als in der Sulfonylharnstoff-Gruppe. Diese Ergebnisse bestätigen Metformin als Mittel der 1. Wahl.

Diverse Studien haben gezeigt, dass mit Metformin weniger kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle assoziiert sind als mit Sulfonylharnstoffen. Jetzt bezogen britische Forscher erstmals Nicht-Diabetiker in eine Untersuchung mit ein. Hierfür analysierten sie Daten von 78.241 Metformin- Patienten, 12.222 Sulfonylharnstoff-Patienten und 90.463 Patienten ohne Diabetes.

Insgesamt gab es 7498 Todesfälle, im Mittel 18,1 pro 1000 Lebensjahre. Die höchste Todesrate gab es in der Sulfonylharnstoff-Gruppe mit 50,9 Fällen pro 1000 Lebensjahre, verglichen mit 28,7 Todesfällen pro 1000 Lebensjahre in der zugehörigen Kontroll-Gruppe. In der Metformin-Gruppe war die Todesrate trotz höherer Morbidität und höherem BMI geringer als in der entsprechenden Kontroll-Gruppe (14,4 bzw. 15,2). Dies entspricht einer durchschnittlich 15% kürzeren Lebensdauer in der Kontroll-Gruppe und einer 38% kürzeren Lebensdauer in der Sulfonylharnstoff-Gruppe. Die Patienten, die Sulfonylharnstoff bekamen, waren jedoch im Vergleich zur Metformin-Gruppe älter (67,8 bzw. 61,2 Jahre), und es waren darunter mehr ehemalige Krebspatienten (14% bzw. 10%).

Eine niedrigere Inzidenz von Krebserkrankungen und kardiovaskulären Ereignissen bei Metformin-Patienten wurde schon in anderen Studien beobachtet, ist jedoch noch nicht klar belegt. Nun unterstützt diese Studie den Einsatz von Metformin als Mittel der 1. Wahl bei Typ-2-Diabetikern.

Die meisten Patienten, deren Blutzucker nicht allein durch Änderung der Ernährung und des Lebensstils normalisiert werden kann, werden zunächst mit Metformin-Tabletten behandelt. Sulfonylharnstoffe hingegen sind häufig noch das zweite Mittel bei Patienten, die den Blutzuckerspiegel mit Metformin allein nicht ausreichend senken können. 

Quelle

Bannister CA. A comparison of mortality in people initiated with metformin or sulphonyl-urea monotherapy and matched, non-diabetic controls, Diabetes, Obesity and Metabolism, November 2014

 

Apothekerin Sarah Katzemich

 

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