Arzneimittel und Therapie

Mehr Leistung durch Eisen

Herzinsuffizienz-Patienten profitierten

In Europa leidet nahezu jeder zweite Patient mit chronischer Herzinsuffizienz unter Eisenmangel. Dieser führt nicht nur zu verringerter körperlicher Leistungsfähigkeit und einer schlechteren Lebensqualität, sondern erhöht auch die Mortalität.

Die CONFIRM-HF-Studie, deren Ergebnisse auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) vorgestellt wurden, ergab nun, dass eine Substitution mit intravenösem Eisen bei diesen Patienten langfristig nicht nur sicher, sondern auch effektiv ist. 304 Herzinsuffizienz-Patienten (LVEF ≤ 45%) mit Eisenmangel (Serumferritin < 100 μg/l oder 100 bis 299 μg/l mit einer Transferrinsättigung < 20%) waren darin 1:1 auf eine 52-wöchige Behandlung mit Eisen-Carboxymaltose oder Placebo randomisiert worden. Nach 24 Wochen hatte sich bei den Herzinsuffizienz-Patienten durch die Eisen-Substitution die im Sechs-Minuten-Gehtest zurückgelegte Strecke (primärer Endpunkt) signifikant gegenüber der Placebo-Gruppe verbessert. Dieser Effekt blieb bis zum Studienende erhalten. Außerdem kam es im Verlauf der Studie unter anderem zu einer signifikanten Verbesserung der NYHA-Klasse, der Lebensqualität und der Fatigue. Die Behandlung mit Eisen-Carboxymaltose war zusätzlich mit einer signifikanten Reduktion des Risikos für eine Klinikeinweisung wegen einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz verbunden. Die Eisen-Substitution erwies sich als sicher; die Zahl der Todesfälle und die Inzidenz unerwünschter Wirkungen waren in beiden Gruppen vergleichbar. 

Quelle

Ponikowski P et al. Beneficial effects of long-term intravenous iron therapy with ferric carboxymaltose in patients with symptomatic heart failure and iron deficiency. Eur Heart J, doi:10.1093/eurheartj/ehu385

Apothekerin Dr. Claudia Bruhn

 

Hinweise zur oralen Eisentherapie

Die Zufuhr für Eisen sollte laut D-A-C-H-Empfehlung für

  • Kinder und Jugendliche 12 bis 15 mg/Tag,
  • Männer 10 mg/Tag,
  • Frauen 15 mg/Tag,
  • Schwangere 30 mg/Tag und
  • für Stillende 20 mg/Tag betragen.


Im Unterschied zu Häm-Eisen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs, dessen Verfügbarkeit 10 bis 25% beträgt, liegt die Resorptionsquote von Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln nur bei ca. 5%. Eisen wird im Darm als Fe2+ resorbiert. In pflanzlichen Nahrungsmitteln liegt Eisen überwiegend dreiwertig vor. Dreiwertiges Eisen ist aber im schwach alkalischen Milieu des Dünndarms nicht löslich und muss vor der Resorption durch Reduktionsmittel reduziert werden. Ein Glas Vitamin-C-haltiger Fruchtsaft kann die Resorption nachweislich erhöhen und die orale Eisentherapie effektiv verbessern. Zur besseren gastrointestinalen Verträglichkeit sollte Eisen in niedrigeren Dosierungen (z.B. 40 mg/Tag) zu den Mahlzeiten gegeben werden. Um ein ausgeprägtes Eisendefizit zu kompensieren, ist die orale Applikation von Eisen(II)-Salzen wenig effektiv. Die intravenöse Applikation von Eisen(III)-Komplexen ist anderen Applikationswegen überlegen.

[Quelle: Gröber U. Mikronährstoffe. Metabolic Tuning - Prävention - Therapie. WVG Stuttgart 2011]

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