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Kurz gemeldet: Billigeres Sofosbuvir für Entwicklungsländer | Rabatte und Zuzahlungen helfen sparen | Soziale Medien nutzen!

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Billigeres Sofosbuvir für Entwicklungsländer

Die Mylan-Tochter Mylan Laboratories Limited im indischen Hyderabad hat mit Gilead Sciences Inc. eine Vereinbarung geschlossen, die für Hepatitis- C-Patienten in ärmeren Regionen Hoffnungen weckt: Mylan erhält von Gilead die nicht-exklusiven Rechte zur Herstellung und zum Vertrieb von Sofosbuvir sowie für ein Einzeltabletten-Regime mit Ledipasvir und Sofosbuvir in 91 Entwicklungsländern. Die in die Vereinbarung eingeschlossenen Länder stehen für 100 Millionen Menschen mit Hepatitis C, das sind 54 Prozent der gesamten infizierten Bevölkerung weltweit. Sofosbuvir wird von Gilead unter dem Markennamen Sovaldi® vermarktet. Sovaldi® wurde im Dezember 2013 von der FDA genehmigt und ist seit Januar 2014 auch in der Europäischen Union zugelassen. Hierzulande, aber auch in den USA, hat sich Gilead mit seinem Preis für Sovaldi® viel Kritik eingehandelt. 700 Euro kostet eine Tablette.

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Rabatte und Zuzahlungen helfen sparen

Im ersten Halbjahr 2014 lagen die Bruttoausgaben der GKV für Arzneimittel – ohne Impfstoffe – bei 17,9 Mrd. Euro. Tatsächlich zahlten die Krankenkassen aber nur 14 Mrd. Euro – die übrigen 3,9 Mrd. Euro ersparten ihnen die Hersteller, Apotheken und Patienten. Dies geht aus Daten des Informationsdienstleisters IMS Health hervor. Bei den Bruttopreisen handelt es sich um die Apothekenverkaufspreise inkl. Mehrwertsteuer – sie sind gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um fünf Prozent gestiegen. Doch bekanntlich gehen von dieser Summe diverse Rabatte sowie Zuzahlungen ab. Von den 3,9 Mrd. Euro, die abzuziehen sind, trugen rund 2,3 Mrd. Euro die Hersteller: 800 Mio. Euro über den gesetzlichen Abschlag, 1,5 Mrd. Euro über vertraglich vereinbarte Rabatte.

Die Apotheken entlasteten die Kassen über den Apothekenabschlag um 556 Mio. Euro. Und auch die Patienten leisteten ihren Sparbeitrag: Ihre Zuzahlungen beliefen sich auf gut eine Milliarde Euro. Die Menge zulasten der GKV abgegebener Arzneimittel war im ersten Halbjahr mit 345 Mio. Packungen leicht rückläufig (-1,5%). IMS Health führt diese Entwicklung zum einem auf die im Vergleich zum Vorjahr schwache Erkältungswelle zurück. Zum anderen habe es in Arzneimittelgruppen Rückgänge gegeben, die zur Behandlung chronischer Erkrankungen eingesetzt werden.

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Soziale Medien nutzen!

Aus dem Alltag sind die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und Co. nicht mehr wegzudenken. Um vor allem bei jungen Menschen Verständnis für die Bedeutung der inhabergeführten Apotheken zu wecken, appelliert der Landesapothekerverband Baden-Württemberg an seine Mitglieder, Dienstleistungen und Serviceangebote stärker in sozialen Medien zu präsentieren. „Damit der Gang zur Apotheke vor Ort auch für die künftigen Generationen selbstverständlich bleibt“, erklärt Vorstandsmitglied Tatjana Zambo. So werde jungen Menschen bewusst, dass die Apotheke vor Ort immer erreichbar und mit ihrer Beratung unersetzbar sei. Zudem gehe es darum, ein Gefühl des Aufgehobenseins, der Menschlichkeit und des persönlichen Umgangs zu wecken.

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