Prisma

49,4 cm ist die Norm

Bei der Geburt sind gesunde Babys gleich groß

cae | In Europa, Asien, Afrika und Amerika sind die Kinder gesunder Mütter zum Zeitpunkt der Geburt im Schnitt 49,4 cm groß, wobei die Standardabweichung nur 1,9 cm beträgt. Genetische Unterschiede fallen hier anscheinend nicht ins Gewicht.

Bereits vor zehn Jahren hatte die WHO eine Studie (MGRS) durchführen lassen, um die Standardwerte für das Wachstum von Kindern zu ermitteln. Schon die MGRS kam für Neugeborene auf fast denselben Durchschnittswert, nämlich 49,5 cm. Mit der Längsschnittstudie FGLS und der Querschnittstudie NCSS, die zusammen das von der Bill & Melinda Gates Foundation finanzierte Projekt INTERGROWTH-21st bilden, wollten Gynäkologen nun herausfinden, wie groß die regionalen Unterschiede sind. In acht Städten in Europa (Oxford und Turin), Arabien, Indien, China, Kenia, Brasilien und den USA haben sie nicht nur über 60.000 neugeborene Babys vermessen, sondern sie und ihre Mütter zuvor während der gesamten Schwangerschaft beobachtet und dabei viele Daten gesammelt. In der Längsschnittstudie wurden gesunde, sich gesund ernährende und in einem guten sozialen Umfeld befindliche Frauen mit niedrigem Risiko für Komplikationen während ihrer gesamten Schwangerschaft wiederholt mit Ultraschallgeräten untersucht, um das Wachstum ihrer Embryonen bzw. Föten zu messen. Die Frauen waren 18 bis 35 Jahre alt, mindestens 1,53 m groß und normal- bis übergewichtig, aber nicht adipös (Body-Mass-Index 18,5 bis 30). Durch die Untersuchungen zu bestimmten Zeitpunkten zwischen der Empfängnis und der Geburt wurden Normwerte für die Rumpflänge und den Kopfumfang der Ungeborenen im Laufe ihrer Entwicklung gewonnen.

Von den schwangeren Frauen, die für die Querschnittsstudie rekrutiert worden waren, erfüllte etwa ein Drittel die strengen Auswahlkriterien der Längsschnittstudie. Bei ihnen sollte sich nun zeigen, ob die Entwicklung ihrer Ungeborenen von den Normwerten abweicht. Dies war nur in sehr geringem Ausmaß der Fall und hatte zur Folge, dass die termingerecht geborenen Kinder auch bei der Geburt etwa gleich groß waren. Die Erbanlagen, die die Körpergröße wesentlich mitbestimmen, wirken sich also erst nach der Geburt aus. Denn eins ist sicher: Die Neugeborenen werden als Erwachsene sehr unterschiedliche Körpergrößen haben. 

Quelle: Villar J, et al. The likeness of fetal growth and newborn size across non-isolated populations in the INTERGROWTH-21st Project: the Fetal Growth Longitudinal Study and Newborn Cross-Sectional Study. Lancet Diabetes Endocrinol, Epub 07.07.2014

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