Arzneimittel und Therapie

„Rohr frei für das Gefäß“

Intensive Cholesterol-Senkung als erstrebenswertes Ziel

bf | Zur Senkung von Blutcholesterol sind Statine die erste Wahl. Was aber, wenn sie nicht ausreichend effektiv sind? Eine Option kann dann die Kombination mit Ezetimib sein.

Seit ACC (American College of Cardiology) und AHA (American Heart Association) Ende 2013 eine neue Praxisleitlinie zur Therapie erhöhter Blutcholesterol-Werte in der Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen veröffentlicht haben, ist eine transatlantische Debatte entbrannt. Denn während die Amerikaner darin eine Behandlung entsprechend der Zuordnung des Patienten in einer von vier Patientengruppen empfehlen, propagieren die Europäer nach wie vor die Zielwert-orientierte Therapie (DAZ 47/2013, S. 28; 48/2013, S. 22). Keinen Zweifel aber lassen beide Seiten daran, dass LDL-Cholesterol ein kausaler Risikofaktor für Atherosklerose ist und eine effektive Senkung anzustreben ist. „Wir können mit einer intensiven lipidsenkenden Therapie die Gesamtsterblichkeit senken. Das geht weder über die Senkung der Glucose noch über eine Koronarintervention“, so Prof. Dr. C. A. Schneider vom Herzzentrum der Universität Köln auf dem von der MSD Sharp & Dohme GmbH unterstützten Symposium am 28. April in Wiesbaden.

Ergebnisse erwartet: IMPROVE-IT

Statine sind für die Blutcholesterol-Senkung die Wirkstoffe der ersten Wahl. „Oft sind sie aber nicht ausreichend wirksam“, so Schneider. Als eine Option, den LDL-Cholesterol-Wert weiter zu reduzieren, nannte er Ezetimib. In der EASE (Ezetimibe Add-On to Statin for Effectiveness)-Studie konnte bereits gezeigt werden, dass der Cholesterol-Resorptionshemmer als Add-on-Therapie zu einem Statin den LDL-Cholesterol-Wert zusätzlich um weitere 25% senkt (Placebo: -2,7%). Im Vergleich der Kombination Simvastatin/Ezetimib gegenüber Atorvastatin, das als effektivstes Statin gilt, hatte das Duo die Nase vorn. Eine Fixkombination von Atorvastatin/Ezetimib wird laut Schneider Anfang nächsten Jahres kommen. Noch für Ende 2014 werden die Ergebnisse von IMPROVE-IT (IMProved Reduction of Outcomes: Vytorin Efficacy International Trial) erwartet. Sie soll klären, ob Patienten mit akutem Koronarsyndrom von der Kombination Simvastatin/Ezetimib (40 mg/10 mg) im Vergleich zu Simvastatin (40 mg; gegebenenfalls 80 mg) einen kardiovaskulären Nutzen ziehen (primärer Endpunkt: schwere kardiovaskuläre Ereignisse).

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