Apotheke und Markt

Patienten wünschen Naturmedizin

Studie untersucht Gründe und Erwartungen von Patienten

BERLIN (ks) | Naturmedizin liegt in Deutschland im Trend – das haben repräsentative Umfragen in den letzten Jahren immer wieder gezeigt. Aber was macht die Menschen so aufgeschlossen für alternative Therapierichtungen? Und was erwarten sie von Apothekern, Ärzten oder Heilpraktikern? Diesen Fragen ist das Rheingold Institut Köln im Auftrag des Naturarzneimittel-Herstellers Pascoe nachgegangen. Eine Erkenntnis der Studie: Wer der Naturmedizin offen gegenüber steht, wünscht sich genau dies auch von Apothekern. Apotheken, in denen glaubwürdig und selbstverständlich über Alternativen zur Schulmedizin beraten wird, werden als „Geheimtipp“ gehandelt.

Auch wenn die meisten Bundesbürger die Schulmedizin keinesfalls verteufeln: In vielen Fällen ziehen sie sanfte Methoden und menschliche Berührung der Chemie und Apparatemedizin vor. Jedenfalls wünschen sie sich ein gleichberechtigtes Nebeneinander beider Welten. Für diese Einstellung wollen die Menschen allerdings nicht belächelt werden – sie suchen vielmehr Information mit Hand und Fuß. Sei es durch eigene Recherche im Internet oder von kompetenten Apothekern und Ärzten, mit denen sie auf Augenhöhe kommunizieren können. Dies ist eines der wesentlichen Ergebnisse der neuen Pascoe-Studie.

Für diese besondere Art der Studie, die sich nicht auf einen festgelegten Fragebogen stützt, haben sich 50 Männer und Frauen, die der Naturmedizin zugetan sind, sinnbildlich „auf die Couch gelegt“. In rund zweistündigen Gesprächen wurden bewusste und unbewusste Sinnzusammenhänge rund um Selbstmedikation, Arztbesuche und den Umgang mit der eigenen Krankheit untersucht. Zudem wurden 18 Apotheker/PTA, 18 Ärzte und neun Heilpraktiker zum Umgang mit Naturarzneien befragt. Pascoe ging es nicht um repräsentative Daten, sondern darum, zu verstehen, was die Naturmedizin so beliebt macht.

Naturmedizin bietet Projektionsraum

Bei dieser Befragung der etwas anderen Art kristallisierten sich zwar unterschiedliche Patiententypen heraus – allerdings gab es auch viel Verbindendes. So waren sich die Befragten einig, dass die Schulmedizin richtig und wichtig ist, vor allem wenn es um die Behandlung akuter Erkrankungen geht. Sie bietet einen geradlinigen, klar umrissenen Weg. Denken die Befragten an Naturmedizin, so haben sie ein weit weniger konkretes, aber ganzheitliches und entspanntes Bild vor Augen. „Naturmedizin bietet viel Projektionsraum“, so Stephan Grünewald vom Rheingold Institut. Aus Patientensicht sollten Grabenkämpfe zwischen Schul- und Alternativmedizin überwunden werden – Ärzte und Apotheker sehen sie als Mittler zwischen diesen beiden Welten.

Wie die Studie weiter zeigt, ist mit verschiedenen Patiententypen auch unterschiedlich umzugehen. Am häufigsten ist wohl der Typ, der Naturmedizin als „sanften Begleiter“ versteht. Er will sich aufgehoben fühlen und sucht nach multipler Zuwendung – diese kann auch eine Apotheke optimal bieten. Es geht ums Zuhören, Verständnis und Trost. Anders sieht es bei dem Typ aus, den Grünewald als „Heilwerker“ bezeichnet: Ein emanzipierter Patient, für den der Apothekenbesuch vergleichbar ist mit dem Besuch eines Baumarktes. Für ihn ist die Naturmedizin ein vielseitiger und kreativer Lieferant. Er glaubt nicht, dass er noch Unterstützung aus der Apotheke oder eines Arztes nötig hat. Wieder andere Patienten sind eher esoterisch angehaucht und suchen Mittel, die ihren Energiefluss anregen, andere setzen sehr auf Sinnlichkeit (Dufttherapie, Klangschalen). Insgesamt sechs Typen benennt die Studie – und alle sehen die Naturmedizin etwas anders.

Die befragten Patienten machten allerdings allesamt deutlich: Sie erwarten, dass die Naturmedizin Einzug in die Apotheken hält. Noch machen sie aber die Erfahrung, dass sich Apotheker vielfach dagegen sträuben. Solche, die sich auch in Bereichen abseits der Schulmedizin auskennen, werden als Geheimtipp gehandelt. Ihre naturmedizinischen Kenntnisse verdanken die Pharmazeuten dabei weniger ihrer Ausbildung, als ihrem persönlichen Interesse und ihrer privaten Fortbildung.

Der Studie zufolge nehmen die Apotheker ihre Defizite in diesem Bereich wahr – vielfach brauchen sie selbst Orientierung und Beratung. Um den Patienten eine passgenaue Behandlung und Hilfe zukommen zu lassen, wünschen sie sich eine Vereinfachung in der als kleinteilig empfundenen Welt der Naturmedizin – das gilt übrigens auch für Ärzte. Beide Berufsgruppen vermissen zudem einen klaren Bezug zu hergebrachten, „schulmedizinischen“ Krankheitsbildern. Zugleich erkennen immer mehr Apotheken die Naturmedizin als Kundenbindungsinstrument und Möglichkeit, ihren Verkauf zu steigern.

Ein Fazit der Studie: Der Wunsch nach Naturmedizin ist nicht nur ein Trend – er hat sich in der Erwartungshaltung der Patienten mittlerweile fest etabliert.

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